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Klima- und Energiefonds

Mag.a Daniela Kain

Tel: +43(0)1 585 03 90-27
Mobil: +43(0)664 886 24 428

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Rahmenprozess Modernisierung Arbeitersiedlungen

Mit der voranschreitenden wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert entstanden viele Arbeitersiedlungen, die auch heute noch die Struktur österreichischer Kleinstädte prägen. Die veralteten Bestandsgebäude, gekennzeichnet durch ihre schnelle und technisch einfache Bauweise, zeichnen sich jedoch durch einen enormen Energieeinsatz aus. Massive Einsparungspotenziale von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß sind möglich und sollen nun durch integrative Modernisierungsmaßnahmen vorangetrieben werden.

Erhebliches Energie- und CO2-Einsparungspotenzial im Gebäudesektor

Bei Bestandsgebäuden sind Einsparungspotenziale von bis zu 90% möglich, daher spielen sie eine zentrale Rolle bei der Erreichung von Klimazielen. Aufgrund der geringen energetischen Qualität der Gebäudehülle ist ein erhöhter Energieeinsatz erforderlich, ein hoher Anteil der Gebäude wird immer noch mit fossilen Energieträgern versorgt. Um eine möglichst hohe Wirkung von Maßnahmen im Gebäudesektor zu erreichen, braucht es einen integrierten Ansatz bestehend aus Wärme-, Strom- und Mobilitätswende. Der Klima- und Energiefonds geht daher verstärkt auf Gebäudeverantwortliche sowie Städte und Gemeinden zu, die über künftige Modernisierungsmaßnahmen entscheiden, um diese Prozesse zu unterstützen und voranzutreiben.

Stellenwert von Südtiroler Siedlungen

Aufgrund der geschichtlichen und der damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des 20. Jahrhunderts in Österreich gibt es eine Vielzahl von Arbeitersiedlungen aus den Jahren 1920 bis 1940.

Einen besonderen Stellenwert nehmen die sogenannten „Südtiroler Siedlungen“ ein. Es handelt sich um Wohnsiedlungen, die in den 30er Jahren zur Umsiedelung von deutschsprachigen BürgerInnen aus Oberitalien nach Österreich errichtet wurden. Die Besonderheiten dabei sind die große Anzahl der Wohnungen für 75.000 Personen, die schnelle und technisch einfache Bauweise und die vielen Standorte in österreichischen Kleinstädten. Die Siedlungen befinden sich in den Bundesländern Burgenland, Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg und stellen somit einen repräsentativen Gebäudetyp in Österreich dar.

Theresia Vogel, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds: "Der Gebäudebestand spielt eine zentrale Rolle, damit Österreich bis 2040 klimaneutral wird. Trotz bisheriger Bemühungen ist immer noch ein erhebliches Energie- und CO2-Einsparungspotenzial im Gebäudesektor vorhanden: bereits bis 2030 ist hierzulande eine Reduktion um mindestens 3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent notwendig. Damit gute Sanierungskonzepte rascher in die breite Umsetzung kommen, haben wir uns entschlossen, repräsentative Gebäudegruppen zu identifizieren und dafür Konzepte zu unterstützen. Eine solche Gebäudegruppe stellen unter anderem Arbeitersiedlungen aus den Jahren 1920 bis 1940 dar, die bisher nur selten – als Gruppe - im Fokus von integrativen Modernisierungsvorhaben gestanden sind. Der Klima- und Energiefonds geht daher verstärkt auf die zentralen Akteursgruppen von Arbeitersiedlungen wie Stadtverwaltungen, Hausverwaltungen und Modernisierungsfachleute zu, um in einem gemeinsamen Prozessdialog praxistaugliche Lösungsansätze zu entwickeln und Modernisierungsvorhaben rascher zum Erfolg zu verhelfen."

Projektziel, Vorgehensweise, geplante Ergebnisse

Ziel des durch den Klima- und Energiefonds initiierten Rahmenprozesses ist die Einleitung konkreter Modernisierungsprojekte von Arbeitersiedlungen. Im ersten Schritt wird über direkte Gespräche und eine Umfrage ein Austausch gestartet, um die aktuellen Themen der Beteiligten aufzugreifen.

Nach dieser Vorbereitungsphase werden im Zuge eines interdisziplinären Dialogs der Gebäude-EigentümerInnen mit Modernisierungsfachleuten und behördlichen VertreterInnen für vorgeschlagene Liegenschaften gemeinsam Modernisierungsstrategien entwickelt und konkrete Umsetzungsschritte geplant.

 

„Ihre Meinung ist gefragt!“

In Ihrer Stadt bzw. Gemeinde gibt es eine Südtiroler Siedlung oder Arbeitersiedlung der 20er bis 40er Jahre, die noch nicht modernisiert worden ist? Sie betreuen genau eine solche Siedlung? Sie haben eine Modernisierung von einer dieser Siedlungen bereits umgesetzt? Unsere Umfrage richtet sich an alle Akteursgruppen in Österreich, die in die Modernisierung von Arbeitersiedlungen involviert sind: öffentliche und private Gebäudeeigentümer, Wohnbauträger, Hausverwaltungen, Stadt- / Ortsentwicklung, Stadtverwaltung und Kommunalpolitik, Fachleute für Baukultur, Modernisierungsfachleute, Planungsbüros, Ausführende, Interessensvertretungen, Forschung und Beratung. Ziel der Umfrage ist, die konkreten Bedarfe der Akteursgruppen zur Stärkung der Modernisierung von Arbeitersiedlungen zu erkennen und darauf aufbauend den geplanten weiteren Rahmenprozess zu gestalten.

Wir laden Sie ein, uns Ihre Erfahrungen und Bedarfe bis zum 20. Juli 2020 mitzuteilen!

Weitere Informationen

Zur Umfrage

 

Projektteam und Kontakt

Arch. Dipl.-Ing. Ernst Rainer (Büro für resiliente Raum- und Stadtentwicklung)

DI Gerhard Lang (smartwärts e.U.)

Mag.a Karin Schreiner (reacct e.U.):
Email: karin.schreiner@reacct.at
Tel:      +43 650 628606

Südtiroler Siedlung in Bregenz um 1950

Südtiroler Siedlung in Bregenz um 1950 | Quelle: Stadtarchiv Bregenz, StAB 973495

 

 

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Smart Cities Initiative durchgeführt.

Kontakt für Rückfragen:
Mag.a Daniela Kain, daniela.kain@klimafonds.gv.at

 

 

 
smartcities: Stadt-Projekte