Wörgl FIT4SET

Die Stadt Wörgl startete die Initiative „Wörgl unsere Energie“ zur Erreichung der energetischen Selbstversorgung bis 2025. Das Projekt beinhaltete die Neustrukturierung der Südtiroler Siedlung und bildete die Grundlage für einen Masterplan für Stadtentwicklung, bauliche Maßnahmen, Energieversorgung, Verkehr und Gesellschaft. Damit wurden Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien erhöht. Stakeholder wurden mit eingebunden.

Ausgangssituation

Mit der Klima- und Umweltschutzinitiative „Wörgl unsere Energie“ gehört die Stadt Wörgl zu den dynamischsten Städten Tirols. Die Wörgler Stadtwerke setzen den Schwerpunkt auf die Selbstversorgung aus eigenen Ressourcen wie Wasserkraft, Photovoltaikanlagen und Nahwärmenetzwerken. In einem Entwicklungsplan wurden im Jahr 2009/10 der Energieverbrauch (Heizwärme, Warmwasser und Strom) und Eigenversorgungsszenarien für 2025 erstellt. Im Jahr 2010 fanden Workshops und Verhandlungen mit der Stadt Wörgl, den Stadtwerken, der Wohnbaugesellschaft „Neue Heimat Tirol“ und der Universität Innsbruck anlässlich der Neustrukturierung der „Südtiroler Siedlung“ statt. Es wurde vereinbart, den 27.000 m² großen Stadtteil als Demonstrationsprojekt im Rahmen eines regionalen Gesamtkonzepts zu entwickeln, um zukünftige gesellschaftliche und technologische Veränderungen zur Verbesserung der Lebensqualität mit Rücksicht auf den Klimaschutz zu sichern.

Erarbeitete Vision

Die Stadt Wörgl ist im Jahr 2050 mit Ausnahme des Verkehrsbereichs energieautark, das heißt, Wörgl produziert mehr Energie aus lokalen Ressourcen als es verbraucht.
Damit sind erhebliche Beiträge zum Klimaschutz geleistet. Die Wertschöpfung der eigenen Energieproduktion wird so weit wie möglich an die Bevölkerung refundiert. Eine Ausdehnung der Energieprogramme auf die Gemeinden der Region ist sukzessive erfolgt.

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Gebäude

  • Erhöhung der Förderung für thermische Sanierungsmaßnahmen
  • Schulung für Hauswarte durch Energie Tirol
  • Etablierung eines Energiemanagements
  • Demonstrationsprojekt „Südtiroler Siedlung“

Stadtentwicklung

  • Verdichtung der Hauptentwicklungsachse Ost-West
  • Konzept für Neubaugebiet im Osten, Stadt der kurzen Wege,

Mobilität

  • Jugend-Mobilitätskampagne gemeinsam mit Land Tirol
  • Attraktivierung von Fuß- und Radwegen
  • Restriktionen gegenüber MIV (Parkraumangebot)

Energie

  • Entwicklung einer integrierten Energieversorgungsstrategie für die Stadt Wörgl
  • Potenzialanalyse erneuerbarer Energieträger (insbesondere Solarenergie, industrielle Abwärme, Umgebungswärme)
  • verstärkte Erschließung erneuerbarer Energieträger, konkret: Wasserkraftwerk Brixentaler Ache und Holzvergasungsanlage „CraftWerk“ Gamma
  • Erhöhung der Wärmepumpenförderung

Bewusstseinsbildung

  • Kostenlose Energie- und Sanierungsberatung
  • Laufende Stadtmagazinberichte über Energiethemen
  • Laufende Energiesitzungen mit allen politischen Gremien

Ausblick

Die Stadt Wörgl hatte durch das Smart-City-Projekt weitere verlässliche PartnerInnen und weitere Energieeinsparungspotenziale erkennen können. Nun wurde auf Grund der Erfahrung aus dem Projekt der Fokus auf eine intensivere Bewusstseinsbildung der politischen Gremien gelegt, um die aufgezeigten Maßnahmen auch in Zukunft umsetzen zu können. Darüber hinaus wurde geprüft, inwieweit die genannten Maßnahmen anhand der anstehenden Neustrukturierung der „Südtiroler Siedlung“ beispielhaft umgesetzt werden konnten, um so ein Demonstrationsprojekt für Wörgl und andere ähnliche Städte zu schaffen.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

DI Peter Teuschel
Stadtgemeinde Wörgl

Tel: +43(0)5332 72566-318
Mobil: +43(0)664 62 60 903

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail