Smart District Gnigl - from the vision Smart City Salzburg to a showcase

Im Jahr 2012 wurde im Salzburger Gemeinderat der Smart City Masterplan 2025 beschlossen. Sowohl der Optimierung von Siedlungen als auch die Vorbildrolle der Stadt als Errichter von öffentlichen Gebäuden und Anlagen wurden darin sehr hohe Bedeutung beigemessen. Die anstehende Sanierung des Kindergartens im Stadtteil Gnigl war Ausgangspunkt für die Überlegungen des Projekts Smart District Gnigl. Gemeinsam mit der Stadt Salzburg wurde die Idee des “Bildungscampus Gnigl” entwickelt. Der sanierungsbedürftige Kindergarten, die alte Volksschule aus dem Jahr 1927 und das benachbarte Vereinsheim sollen dabei in einem neu errichteten Gebäude zusammengelegt werden. Um ausreichend Platz für den neuen Bildungscampus zu schaffen, werden außerdem zwei Wohngebäude abgebrochen. Als Ausgleich wird anstelle des Kindergartens ein Ersatzneubau errichtet.

Inhalte und Zielsetzungen

Der neue Bildungscampus sollte als energetisches Leuchtturmprojekt errichtet werden und Impulse für den gesamten Stadtteil setzen. Die potentiellen Wärmeüberschüsse eröffnen die Möglichkeit der Errichtung eines lokalen Nahwärmenetzes unter Berücksichtigung weiterer lokaler Abwärmepotenziale (z.B. Niederlassung Bäckerei Flöckner). Durch die Neustrukturierung bieten sich Chancen innovativer lokaler Mobilitätslösungen und für den Aufbau eines Zentralstandorts für Mobilitätsdienstleistungen.

Zusammengefasst ergaben sich als Ziele des vorliegenden Projektes die Optimierung des geplanten Neubaus “Bildungscampus Gnigl” sowie die daraus abgeleitete Neugestaltung des Stadtteils “Smart District Gnigl”.

Methodische Vorgehensweise

Das Projekt Smart District Gnigl verfolgte den Ansatz in den vier Themengruppen Gebäude, Energie, Mobilität und Information, Grundlagen für die Umsetzung von Smart City Elementen im Stadtteil zu erarbeiten. Es wurden Vorgaben für den Architekturwettbewerb erarbeitet, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse für das Nahwärmenetz durchgeführt, Potentiale für weitere Energiegewinnungsmöglichkeiten abgeschätzt, Energieeinsparungspotentiale des umliegenden Gebäudebestands analysiert und Mobilitätslösungsvorschläge mit BürgerInnen-Einbindung entwickelt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Am wertvollsten für die Stadt Salzburg sind wahrscheinlich die Erkenntnisse für zukünftige Projekte. Smart District Gnigl war sozusagen das Smart City Salzburg Pilotprojekt. Schnell wurde klar, was ambitionierte Klimaschutzziele in der Realisierung bedeuten. Nicht nur an finanziellen Ressourcen, sondern auch, ganz wesentlich, der dringende Bedarf an entsprechend sensibilisierten und kompetenten Personen, die Spaß daran haben, über den Tellerrand hinaus zu denken.

Das gilt nicht nur auf Stadtverwaltungsebene, sondern natürlich auch für Politik und Wirtschaft. Durch Smart District Gnigl wurden bestehende Netzwerke mit relevanten Stakeholdern gestärkt und weiter ausgebaut. Die Rahmenbedingungen für Smart City Aktivitäten der Stadt Salzburg haben sich stark verbessert, und durch die intensive politische Unterstützung der beiden Stadträte für Planung und Bau eröffnen sich neue Möglichkeiten. Das Budget wurde kürzlich aufgestockt und das SIR für die nächsten Jahre mit der Prozessbegleitung der Stadt beauftragt. Aufgrund der Erfahrungen vom Bildungscampus werden die Wettbewerbsstandards für stadteigene Bauvorhaben überarbeitet und Energieeffizienzkriterien als Fixbestandteile eingepflegt. Aktuell wird in Kooperation mit klimaaktiv ein Standardprozedere für die Auslobung von hocheffizienten ökologischen Gebäuden entwickelt und beim Neubau des Seniorenheim Itzling getestet. Demnächst startet der Bau der Plusenergie Sporthalle in Liefering. Auf Stadtteilebene nützen die Erfahrungen zur Konzeption von Wärmeversorgungsstrategien und fließen in
nachfolgende Projekte in den Stadtteilen Schallmoos und Itzling ein.

Ausblick

Im Projekt Smart District Gnigl hat sich gezeigt, dass zur Umsetzung von Leuchtturmgebäuden bzw. für die Weiterentwicklung bestehender Stadtteile neben fachlichem Know-How vor allem Umsetzungsstrategien gefragt sind. Viele Fragestellungen bedürfen nicht nur rein technischer Lösungen, sondern auch organisatorischer.

Am Beispiel Gebäude: Wesentlich für die Entstehung nachhaltiger Bauten ist die Projektentwicklungsphase und der Realisierungswettbewerb. Unterschiedliche, nachhaltige Gebäudestandards sind weitgehend (technisch) definiert. Die Herausforderung besteht darin, diese Kriterien im richtigen Ausmaß, zum richtigen Zeitpunkt in den Prozess einzufädeln.

Wichtig ist jedoch nicht nur die Qualität von Kriterien, sondern auch die von Prozessen. Eine gute Wettbewerbsjury, die in der Lage ist, eingereichte Projekte auch hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit zu beurteilen, bewirkt mehr als seitenlange Ausschreibungskonvolute.

Ähnliches gilt auch für Mobilitätsthemen. Ideen für zukünftige Mobilitätslösungen sind vorhanden (Stadtteilgarage, Parkraummanagement, Sharing-Angebote…). Die Herausforderung besteht in der Aufklärungsarbeit, Sensibilisierung von BürgerInnen und Politik und in der Entwicklung von Strategien zur Umsetzung bzw. Finanzierung.

Ebenso gibt es bei der Entwicklung von gebäudeübergreifenden Energieversorgungskonzepten neben der sachlich richtigen und wichtigen wirtschaftlichen Berechnung der Rentabilität von Nahwärmenetzen auch organisatorische Fragen zu klären.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen beschäftigt sich die Stadt Salzburg im Rahmen der Smart City Aktivitäten künftig mit folgenden Themen: Nachhaltigkeit in Architekturwettbewerben, Umsetzung von Mobilitätskonzepten, Rahmenbedingungen der Energieraumplanung, Zusammenführung/Erweiterung von Gebäudedatenbanken, Optimierung von Projektentwicklungs- und Planungsprozessen.

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 2. Call aus dem Jahr 2011
Projektstart: 01.06.2012
Projektende: 30.04.2015
Förderung genehmigt: € 223.500,–
Förderung ausbezahlt: € 223.500,–
Konsortium
Stadt Salzburg (Konsortialführung)
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
Salzburg AG  für Energie, Verkehr und Telekommunikation
Architekten Scheicher ZT Gesellschaft m.b.H.
Komobile Gmunden GmbH
pro:21 GmbH

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/11/2020

Projektwebsite

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Ing. MSc Franz Huemer
Stadt Salzburg

Tel: +43(0)662 8072-2484

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail