Smart Citizens Building Prototype Development and Demonstration Tour 2018

Ökosozialer Wohnbau ist steigenden Kosten und gesetzlichen Anforderungen einerseits und zurückgehenden finanziellen Mitteln andererseits ausgesetzt. Gleichzeitig steigt – in Zeiten globaler Veränderungen, wachsender Städte und sich wandelnder Arbeitswelten – der Bedarf an günstigem Wohnraum und der Wunsch nach Mitbestimmung. Im Rahmen des ebenfalls vom Klima- und Energiefonds geförderten Sondierungsprojektes „Make your City (Smart)“ wurde deshalb ein Toolkit für Selbstbauende entwickelt. Dieser soll es Smart Citizens ermöglichen, an Gestaltung, Bau und Instandhaltung von Gebäuden und Stadt mitzuwirken. Das Demoprojekt schließt nun direkt daran an: Es wurde ein mehrgeschossiger, aus Selbstbau-Modulen bestehender Holzleichtbau-Prototyp entwickelt , der dann im Rahmen der „Smarter Citizens Building Tour 2018“ an vier österreichischen Smart City-Standorten aufgebaut und InteressentInnen demonstriert wurde.

Ausgangssituation

In den vergangenen Jahren hat das Thema „Selbstbau“ an der TU Wien Bedeutung erlangt. Am Anfang standen temporäre Strukturen für die Symposiumreihe „Changing Strategies“, in der mit unterschiedlichen Materialien und Bauweisen experimentiert wurde. Immer größere Strukturen wurden in Selbstbauweise entworfen und hergestellt, bis hin zum mobilen Stadtlabor, welches am Karlsplatz vor der TU Wien errichtet und über längere Zeit als beliebter Kommunikationsort in Verwendung war. Mit der Vienna transitionBASE wurde ein völlig neuer Weg eingeschlagen: Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in Verbindung mit der gemeinsamen Arbeit in der Gruppe erlaubte es nun, auch ökologische und soziale Ziele zu erreichen. Zugleich wurden dabei die Grenzen des reinen Selbstbaus aufgezeigt. Diese Grenzen galt es, im Sondierungsprojekt „Make your City (smart)“ hin zu mehr Praxistauglichkeit zu verschieben, das Projekt „Smarter Citizens Building Tour 2018“ geht nun weitere Schritte in diese Richtung.

Ziele & Ergebnisse

Ziel war es, ein modulares Bausystem zu entwickeln, das aus einem sehr hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen besteht, sowohl ressourcenkreislauffähig als auch energieeffizient ist, sich zerstörungsfrei demontieren und weiternutzen lässt, für bis zu sechsgeschoßige Gebäude eingesetzt werden kann, und so zugänglich ist, dass es von nicht-professionellen Nutzer*innen selbst hergestellt und angepasst werden kann. Diese Ziele werden anhand von Prototypen und Berechnungen erprobt, während die Ergebnisse im Rahmen einer Gebäudedemonstration schrittweise der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die finale Errichtung des dreigeschoßigen Prototyps, der im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld in Wien aufgebaut wurde, fasst das Hauptergebnis zusammen. Aus seiner Vorfertigung und Montage konnten viele Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich Prozesse gestalten lassen, wie Schnittstellen zwischen Gebäudeteilen beschaffen sein sollten und wie Logistik und Montage aufeinander abgestimmt werden sollten, damit Gebäude dieser Art sicher, effektiv und leistbar produziert werden können.

Innovation

Die Entwicklung der vivihouse-Technologie beruht darauf, dass Bauweisen für neue Akteur*innen und Gestalter*innen zugänglich und handhabbar werden. Analog dazu sind Geschäftsmodelle im Open Source- und CoCreation-Kontext geplant. Diese Kombination aus technischer und sozialer Innovation hilft dabei, mehr Menschen dafür zu begeistern, an der ökologischen, energieeffizienten, emissionsneutralen Entwicklung Ihrer Umgebung mitzuwirken - und dies auf eine kollaborative Art und Weise. Sie wird Prozesse anstoßen und umfasst Themengebiete wie “Steigerung der Energie-effizienz”, “Reduktion der Treibhausgasemissionen”, “Transformationsprozesse” oder “Demonstrationsprojekte”. Die soziale Innovation des Projekts entfaltete ihre Wirkung dabei vor allem während der inklusiven Selbstbauworkshops und soll darüber hinaus vor allem in dem noch zu entwickelnden Geschäftsmodell verankert werden. Hierfür bieten sich zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten. Nachdem das Bausystem ähnlich strukturiert wurde wie Open SourceSoftware, wird vor allem in diesem Bereich der Mehrwert gegenüber Einzelsystemlösungen erwartet.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Summary

The aim was to develop a modular building system that consists in a high proportion of renewable resources, is both suitable for resource cycles and energy-efficient, can be dismantled and reused without destruction, can be used for up to six-story buildings, and is accessible enough to be manufactured and adapted by non-professional users themselves. These goals will be tested using prototypes and calculations, while the results will be gradually presented to the public during a building tour. The final three-story prototype built in the Donaufeld urban development area in Vienna represents the main result. From its creation, many insights were gained into how processes can be designed, how interfaces between parts of the building should be configured, and how logistics and assembly play into it - so that buildings of this type can be produced safely, effectively and affordably.

Zuletzt aktualisiert am 04/08/2021

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 8. Call

Projektstart: 15.02.2017
Projektende: 31.10.2020
Genehmigte Förderung: € 675.475
Genehmigte Projektgesamtkosten: € 1.209.530

Konsortium

Technische Universität Wien – Continuing Education Center (Konsortialführer)
Käferhaus G.m.b.H.
Lukas Lang Building Technologie GmbH
asbn - Austrian Strawbale Network (Österreichisches Netzwerk für Strohballenbau)
RWT plus ZT GmbH
Konrad Zirm e.U.
Wout Kichler

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung ao.Prof. Dr.in DIin Karin Stieldorf Technische Universität Wien - Continuing Education Center +43 (0) 1 58801 - 257041 E-Mail
Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail