Mobility and Smart Working Technology Bruck an der Mur

Das Sonderungsprojekt M-SWITCH entwickelte ein integratives SmartCity-Konzept mit innovativen Lösungen und Technologien aus den Bereichen Mobilität, Information und Kommunikation sowie Energie. Testbed für den Stadtlabor-Ansatz war das Bahnhofsviertel der Stadt Bruck an der Mur mit seinen Wechselbeziehungen zur Stadt und Region, wo zukünftig ca. 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ausgangssituation

Die Stadt Bruck an der Mur mit ihren 12.900 Einwohnern ist Bezirkshauptstadt im industriellen Ballungszentrum Mur-/Mürztal und als Mittelpunkt der obersteirischen Stadtregion gleichzeitig einer der wichtigsten zentralen, an der TEN Strecke befindlichen Verkehrsknotenpunkte in Österreich. Aufbauend auf den Ergebnissen des Stakeholderprozesses (Smart Cities Fit4Set 1, 2011), aus dem heraus eine Vision 2050 mit einem starken Schwerpunkt auf Lebens-, Arbeitsqualität und CO2 armer Mobilität, eine Roadmap und ein Action Plan für eine Smart City Bruck an der Mur entstanden ist, wird in MSWITCH das urbane, gemischt genutzte Bahnhofsviertel als zentrales Element des Action Plans zur Untersuchungsregion. Das Sonderungsprojekt M-SWITCH untersuchte ein integratives Smart-City-Konzept mit innovativen Lösungen und Technologien aus den Bereichen Mobilität (Mobilitätsdienstleistungen, Geschäftsmodelle, multi-modale Verkehrslösungen), Information und Kommunikation sowie Energie vor dem Hintergrund neuer Anforderungen der Arbeitswelt, um ein gemischt genutztes, urbanes Siedlungsgebiet in Bruck an der Mur optimal zu nutzen und CO2-sparend zu gestalten. Neben der Stadtgemeinde Bruck und den Entwicklern waren maßgebliche Betriebe und Keyplayer direkt im Projekt beteiligt, um den Projekterfolg inhaltlich und zeitlich zu gewährleisten.

Ziele und Ergebnisse

In den Szenarien schafft das Brucker Bahnhofsviertel als „grüne Adresse“ zusätzlichen Raum für die Industrie-, Gewerbe-, Ausbildungs-, Büro- und Dienstleistungsnutzung. Der neue Quartierspark weist ein Potential von mehr als 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen auf. Ein Konzept zur Abwärmenutzung aus am Standort befindlichen Industriebetrieben zeigt, dass ausreichend Abwärmepotentiale für Heizwärme und Kühlbedarf vorhanden sind. Zur Ermittlung des CO2-Einsparungspotentials bei der Verkehrsmittelwahl zeigt das multimodale Verkehrsmodell, wie sich zusätzliche Arbeitsplätze und eine Angebotsverbesserung des öffentlichen Verkehrs bis 2025 auswirken: 1000 neue Arbeitsplätze und restriktive Maßnahmen (z.B.betreffend Stellplätze) würden eine Reduktion der PKW-Nutzung von 54% auf 40% nach sich ziehen und den ÖV von 9% auf 19% erhöhen. Das Potential an MitarbeiterInnen von Betrieben im Umkreis von Bruck an der Mur, die mit dem öffentlichen Verkehr zum Bahnhofsviertel anreisen könnten, wurde u.a. mit einem Verkehrsmodell ermittelt. Diese Verkehrsmodelluntersuchungen ergaben ein Potential von ca.120.000 Beschäftigten im Einzugsbereich, die innerhalb von 45 Minuten mit dem ÖV anreisen können. Die Nachhaltigkeitsbewertung der Ergebnisse des Projekts M-Switch zeigt, dass durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung geleistet werden kann. Damit wäre eine Realisierung von M-Switch ein nachhaltigkeitsorientierter Beitrag zur Umsetzung einer Smart City Bruck an der Mur.

Ausblick

Grundsätzlich wurden in diesem Projekt weitere Fragestellungen aufgeworfen, die es vor der Einreichung eines Kooperativen F&E Projektes noch zu klären gilt. Dabei geht es um die Nutzung des Stadtviertels hinsichtlich der Bebauung und um weitere Varianten bezüglich der Kooperation und Verknüpfung mit der am Standort befindlichen Industrie.

Projektdaten – Sondierungsprojekt im 3. Call aus dem Jahr 2012
Projektstart: 01.11.2013
Projektende: 30.11.2014
Förderung genehmigt: € 192.800,–
Förderung ausbezahlt: € 171.499,–
Konsortium
Montanuniversität Leoben Technologietransferzentrum Außeninstitut (Konsortialführung)
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
voestalpine Wire Austria GmbH
Norske Skog Bruck GmbH
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft
Mürztaler Verkehrs-Gesellschaft m.b.H.
verkehrplus – Prognose, Planung und Strategieberatung GmbH
Stadtwerke Bruck an der Mur GmbH
Stadtgemeinde Bruck an der Mur

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 03/01/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Ing. Mag. Robert Hermann
Ausseninstitut der Montanuniversität Leoben

Tel: +Tel: +43(0)3842 46010-35

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail