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G'scheite G'schichten #5 Mai 2018

Newsticker

Projekte

Smarte Speicherstadt Neulengbach

Dieses Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bei der Untersuchung der Umsetzbarkeit einer Speicherstadt. Durch die Kombination verschiedener Flexibilitätssysteme und parallele Betrachtung der Bereiche Strom, Wärme/Kälte und Mobilität soll in Neulengbach ein Gesamtsystem geschaffen werden, in dem erneuerbare Erzeugung und
Verbrauch von Energie miteinander harmonieren und ein Ausgleich auf Verteilnetzebene erfolgt.

Weitere Informationen und BURG:2025

Feldbacher Batteriespeichersystem zur Steigerung des lokalen Eigenverbrauchs erneuerbarer Energie (FeldBATT)

Für Feldbach wird ein Quartierbatteriespeicher entwickelt. Dieser soll die Eigenverbrauchsrate lokal erzeugter erneuerbarer Energie auf 100 % steigern.

Weitere Informationen

Urbaner Speichercluster Südburgenland

Im Rahmen dieses Projekts wird ein Living-Lab-Testbetrieb eines clusterbasierten gebäude-, nutzerInnen-, quartierspeicher- und ladestationenübergreifenden Energiemanagementsystems in Kombination mit innovativen Tarifmodellen entwickelt. Damit soll die Nutzung regional vorhandener Energieflexibilitäten im Klein- und Kleinstverbrauchersegment ermöglicht werden.

Weitere Informationen

#5 Mai 2018 - Eine Burg als universeller Speicher

Rund dreißig Jahre lang stand die Burg Neulengbach leer. Nun soll sie wieder zu einem geistig-kulturellen Zentrum und wirtschaftlichen Motor der Region werden. In der „smarten Speicherstadt Neulengbach“ werden daher die vielfältigen Möglichkeiten einer Nutzung der Burg als Speichermedium erkundet. Moment, wie? Ein Speichermedium als geistig-kulturelles Zentrum?

Vom Neulengbacher Hauptplatz sind es nur wenige Stufen bis zur Burg. Sie dominiert das Stadtbild, nimmt viel Raum ein und war doch die vergangenen Jahrzehnte nicht öffentlich zugänglich. „Neulengbach hat die große Herausforderung zu stemmen, dass derzeit 1,5 bis 2 Hektar innerstädtischer Fläche brach liegen. Und das ist die Burg“, so Matthias Zawichowski, Obmann des Vereins und Personenkomitees BURG:2025, das an der Entwicklung des Areals arbeitet. Die Wehranlage aus dem 13. Jahrhundert ist nicht nur ein riesiger Leerstand im Stadtzentrum der wachsenden Kleinstadt, sondern auch eine Barriere.

Tore auf. Frischer Wind, herein!

Burgen waren in der Vergangenheit stets auch Zentren der Versorgung und des Handels. Das möchte das Komitee in der Burg Neulengbach wieder herstellen, wenn auch auf eine ganz und gar zeitgemäße Art und Weise. Um sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und für die Stadt wie Region nützlich zu machen, hat man sich auf die Suche nach einem Nutzungskonzept für die Wiederbelebung der leerstehenden Burg bis zum Jahr 2025 begeben. Ein Ideenwettbewerb brachte unter der regen Beteiligung der Bevölkerung bereits viel frischen Wind in das beständige Gemäuer. Eine Vielfalt möglicher Nutzungen – vom Co-Working Büro und Veranstaltungszentrum über das ent-schleunigende Slow Castle bis hin zu einem Kompetenzzentrum für Handwerk und Veredelung wurde formuliert.

Die smarte Burg

Schließlich suchte man gemeinsam mit der Gemeinde Neulengbach um eine Förderung im Rahmen der Smart Cities Initiative an. Mit der Absicht, für die Stadt ein Energiespeichersystem zu schaffen, das elektrische und thermische Speicher miteinander vernetzt, traf man genau den Nerv des Förderschwerpunktes „Innovative Energiespeicherlösungen“. Und: „Die Burg ist im Zentrum der ganzen Geschichte, weil sie ja auch geografisch-räumlich das Zentrum der Stadt ist“, so Zawichowski. Nun wird erkundet, auf welche Weise die Burg und ihr Umfeld als Speicher dienen können.

Energieproduzentin am Akku-Berg

Wenn in Neulengbach gespeichert wird, dann aber gründlich! Beinahe jede nur erdenkliche Möglichkeit, etwas zu speichern oder Gespeichertes anzuzapfen, wird ausgelotet. Burg und Berg beispielsweise sammeln und speichern bereits naturgemäß Energie. Mittels thermischer Bauteilaktivierung soll nun die im Gemäuer vorhandene Energie zur Heizung der Burg nutzbar gemacht werden. „Wir wollen den Innenhof überdachen und zur Gewinnung passiver Sonnenenergie nutzen“, erklärt Zawichowski. Wenn der Innenhof eine Glasüberdachung erhält, können die Räume des Gebäudes mit der hier gewonnen Sonnenwärme beheizt werden. Allein mit diesen Mitteln kann sich die Burg nach Dämmung der oberen Geschoßdecke der Hofburg und der Sanierung der Fenster von Mitte März bis Ende November autark mit Wärmeenergie versorgen.
Im Umfeld der Burg ist ein Batteriespeicher mit großer Kapazität angedacht, der zu einem Teil die Straßenbeleuchtung Neulengbachs mitversorgen kann. Dieser könnte mit Solarenergie, die mittels Photovoltaik-Dachschindeln denkmalschutzkonform auf dem Burgdach erzeugt wird, sowie in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung mit Windenergie befüllt werden. So kann die „Batterie“ ganzjährig genutzt werden.

Der Berg unter der Burg könnte künftig als Tiefgarage dienen. Davon profitiert nicht nur der innerstädtische Handel, der dadurch besser erreichbar wird. Die Batterien der Elektroautos, die in der Garage geladen werden, können als flexible zusätzliche Speicherkapazitäten Erzeugungs- und Netzschwankungen des Stromnetzes ausgleichen. Auch die EigentümerInnen der Autos, deren Batterien durch bidirektionales Laden geschont werden und deren Stromkosten sinken, profitieren davon.

Die Öffnung der Burg und der Bevölkerung

Verschiedene Workshops und Veranstaltungen bringen Interessierten das Spektrum an Themen, die mit der Wiederbelebung der Burg in Zusammenhang stehen, näher. Denn für eine glückende Wiederbelebung des Areals braucht man „die Bevölkerung dahinter, dass sie der Burg offen gegenüber steht“, betont Zawichowski. Und die Resonanz ist groß. Nach Hause gehen die BesucherInnen schließlich mit neuen Ideen und Gedanken zur Weiterentwicklung ihrer Stadt.

 

Alles Werden ist Entwicklung in dem Sinne, dass Mögliches wirklich wird.

(Aristoteles)

 
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