Realising Villach’s Smart City Vision – Step I

Die Stadt Villach beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und CO2-Reduktion und hat schon zahlreiche Maßnahmen zur Erreichung der Emissionsziele umgesetzt. Um den Herausforderungen pro-aktiv zu begegnen, hat sich die Stadt Villach zum Ziel gesetzt, eine Smart City zu werden. Im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses wurde die Vision für 2050 konkretisiert und der Weg zur Smart City in Form einer Roadmap 2020+ und eines Aktionsplans festgehalten.

Am Weg zur Smart City Villach stehen nicht nur intelligente, verknüpfte Technologien, sondern auch die innovative Einbindung der EnergienutzerInnen im Mittelpunkt. Villach beschäftigt sich als Technologiestandort schon seit längerem mit erneuerbaren Energien und möchte künftig verstärkt als Testbed für neue Technologien fungieren. Die Erhaltung der Lebensqualität, die Erreichung der Emissionsziele und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit waren wichtige Motive für die Erarbeitung einer Smart-City-Vision 2050.

Inhalte und Zielsetzungen

Mit dem Projekt „VIsion Step I“ wurde ein erster Umsetzungsschritt zur Realisierung der Smart City Villach gesetzt. Ziel des Projektes war es, mithilfe eines ganzheitlichen und integrierten Smart City Konzeptes die Energieeffizienz und die Erzeugung dezentraler erneuerbarer Energie im Testgebiet zu steigern und gleichzeitig die Lebensqualität der BewohnerInnen zu erhöhen.

Methodische Vorgehensweise

Zentraler Bestandteil des Konzeptes war die Aufrüstung des Stromnetzes zu einem Smart Grid. Im Rahmen des Projektes wurden in Haushalten des Testgebietes „DEMOsite“ Smart Meter (elektronische Stromzähler) installiert. Darüber hinaus wurden in Transformatorstationen Messeinrichtungen und regelbare Ortsnetztransformatoren installiert. Smart Meter-Daten waren die Basis für Lastflussanalysen und eine Modellierung des Netzes. Darauf aufbauende Simulationen wurden zur Entwicklung von Regelalgorithmen verwendet. Die Ergebnisse wurden im Feldversuch getestet.

In den Energy Labs der FH-Kärnten wurde im Rahmen des Projektes eine elektrotechnische Forschungsanlage („Experimental Testbed“) errichtet. In dieser kombinierten Photovoltaik- und Batterie-Netz- Speicher-Anlage wurden Smart Grid-Netze in verschiedenen Varianten der Belastung, und im Zusammenwirken mit PV-Anlagen, dynamisch getestet.

Neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle, die im Zuge des Projektes entwickelt wurden, geben den BürgerInnen die Möglichkeit, sich an erneuerbaren Energieprojekten in der Stadt zu beteiligen, und fördern so deren Umsetzung. Die erarbeiteten Möglichkeiten reichen von einer direkten Bürgerbeteiligung an PV-Anlagen bis hin zu einem Inkubator für Smart City Technologien.

Die Online-Plattform „Das Energie Genie“ geht neue Wege im Hinblick auf einen bewussten Umgang mit Energie. Via Smartphone oder Internet können BürgerInnen Ihren Energiebedarf verfolgen und sich mit der Community austauschen. Energiespar-Tipps, Empfehlungen und Tests machen „Das Energie Genie“ zu einem Social Network für Energiesparer und solche, die es noch werden wollen.

Mit dem Living Lab „SMART Mieter Villach“ wurde eine Kommunikations- und Kooperationsplattform geschaffen, die den BürgerInnen dabei hilft, einerseits das eigene Energieverhalten zu hinterfragen und zu verbessern, und andererseits wertvolle Informationen zur bedürfnisgerechten Gestaltung der Smart City Villach zu liefern.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Die im Projekt entwickelten und getesteten technologischen und sozialen Lösungsansätze liefern wichtige Beiträge zur Erreichung von Klima-, Energie und Nachhaltigkeitszielen: Smart Grids ermöglichen einen höheren Anteil an umweltverträglichen erneuerbaren Energien im Netz und leisten einen Beitrag zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle unterstützen die breite Umsetzung von erneuerbaren Energie- und Effizienztechnologien und tragen so zur Klima- und Ressourcenschonung bei. Die entwickelten Konzepte der Bürgerbeteiligung leisten wertvolle Beiträge zur Bewusstseinsbildung, unterstützen einen nachhaltigen Lebensstil und ermöglichen die Ausschöpfung von verhaltensbedingten Einsparpotentialen.

Ausblick

Die sozialen und technologischen Entwicklungen des Projektes wurden in Villach in kleinem Rahmen getestet und können in weiterer Folge im In- und Ausland in größerem Maßstab Anwendung finden.

Die Stadt Villach will den Weg zur Smart City weiter beschreiten. Im Rahmen des Projektes wurde ein Update der Smart City Strategie durchgeführt. Weitere Smart City Projekte, die auch auf Ergebnisse des vorliegenden Projektes aufbauen, sind bereits in Planung.

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 2. Call aus dem Jahr 2011
Projektstart: 01.09.2012
Projektende: 31.10.2015
Förderung Forschungsteil genehmigt: € 1.932.300,–
Förderung Investteil genehmigt: € 216.000,–
Förderung Forschungsteil ausbezahlt: € 1.826.729,–
Förderung Investteil ausbezahlt: kein Antrag gestellt, Projekt wurde storniert
Konsortium
Stadtgemeinde Villach (Konsortialführer)
Siemens Aktiengesellschaft Österreich
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
CTR Carinthian Tech Research AG
Fachhochschule Kärnten – gemeinnützige Privatstiftung
Infineon Technologies Austria AG
Ressourcen Management Agentur, Initiative zur Erforschung einer umweltverträglichen nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung (RMA)
EQOS Energie Österreich GmbH
KNG-Kärnten Netz GmbH
SYMVARO GmbH
PwC Advisory Services GmbH

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/11/2020

Projektwebsite

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Mag.a Sabine Domenig
Stadt Villach

Tel: +43(0)4242 205-5213
Mobil: +43(0)664 52 97 937

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail