Teilen, Tauschen, Weitergeben und Gemeinschaftlich-Nutzen für eine gute Nachbarschaft und einen nachhaltigen Lebensstil in der My Smart City

SMASH zielt darauf, Kollaborative Ökonomien zu stärken und auszubauen, in deren Rahmen Menschen oder Organisationen Gegenstände, Dienste, Wissen, Räume und Verantwortung teilen. SMASH entwickelt dazu in der „My Smart City Graz“ mit BürgerInnen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der öffentlichen Hand und wirtschaftlichen Unternehmen eine integrative Kollaborationsarena auf Stadtteil-Ebene. Dabei kommen eine Zukunftskonferenz und Workshop-Formate zum Einsatz, die durch Aktionsforschung begleitet werden. Digitale Tools werden in soziale Prozesse eingebettet. Drei Dimensionen einer öko-effizienten, sozial integrativen, wirtschaftlich smarten Kollaborativen Ökonomie werden verbunden: (1) Nachbarschaftshilfe, (2) ehrenamtliche Organisationen, (3) kommerzielle Unternehmen (mit Fokus auf Genossenschaften). Das Projekt generiert ein Toolkit und ein Monitoringsystem für ein multplizierbares Entwicklungsmodell Kollaborativer Stadtteil-Ökonomien, das Transformationspotenziale freisetzt.

Ausgangssituation

Wirtschaftliche und soziale Prozesse erfüllen multiple Funktionen, die für Smart City-Strategien Mehrwert generieren können. Doch werden die Potenziale der Multifunktionalität von Warenströmen und Dienstleistungen, von Kommunikation und Vernetzung noch unzureichend ausgeschöpft. Ressourcen und Energie werden ökologisch vielfach ineffizient und ökonomisch nicht nachhaltig genutzt, während soziale Aspekte zu wenig in wirtschaftliches und ökologisches Handeln integriert werden. Kollaborative Ökonomien setzen das Prinzip der Multifunktionalität in die Praxis um, indem Menschen oder Organisationen Gegenstände, Dienste, Wissen, Räume und Verantwortung teilen. Die Entwicklung Kollaborativer Ökonomien bietet daher einen systemisch-integrativen Lösungsansatz: ökologisch effizient, sozial integrativ und wirtschaftlich smart. Smart Cities überwinden ein sektorales Denken und verbinden Themenfelder, um Synergieeffekte zu ermöglichen. Kollaborative Ökonomien sind eine wesentliche Entwicklungsdimension von Smart Cities, die bisher allerdings noch wenig beachtet worden ist. Die Entwicklung als Smart City hat höchste Priorität für die Stadt Graz. „My Smart City Graz“ ist daher ein optimales Testbed, um Forschungsergebnisse zu Kollaborativen Ökonomien umzusetzen, die kommunalen Mehrwert generieren und in anderen Städten multipliziert werden können.

Ziele & Ergebnisse

SMASH setzt bei lokalen sozialen Bedürfnissen, innovativen wirtschaftlichen Potenzialen, ökologischen Möglichkeiten und neuen technologischen Entwicklungen an, um verschiedene Dimensionen Kollaborativer Ökonomien auf der Ebene dieses Stadtteils zu verbinden: (1) Nachbarschaftshilfe, (2) ehrenamtliche Organisationen, (3) kommerzielle Unternehmen (insbesondere Genossenschaften). Das Projekt SMASH setzt vorhandene Forschungsergebnisse und Praxiswissen für die Entwicklung einer Kollaborativen Ökonomie auf Stadtteil-Ebene im Rahmen von Aktionsforschung um. Dabei schafft SMASH einen neuartigen Experimentierraum in der realen Stadt, eine integrative Kollaborationsarena: Themenspezifische Arbeitsgruppen, die im Anschluss an eine Zukunftskonferenz gebildet werden, entwickeln Kollaborative Ökonomien. SMASH verankert Nachbarschaftshilfe in Formen, die den lokalen und sich entwickelnden Bedürfnissen des neuen Stadtteils „My Smart City Graz“ adäquat sind; etabliert mindestens zwei Organisationen der Kollaborativen Ökonomie (ehrenamtlich und/oder kommerziell-genossenschaftlich); vernetzt diese drei Dimensionen Kollaborativer Ökonomie, um Synergien zu ermöglichen. Davon ausgehend erarbeitet SMASH ein Toolkit und ein für ein multiplizierbares Entwicklungsmodell Kollaborativer Stadtteil-Ökonomien, das sozial-ökologische Transformationspotenziale freisetzt. Dabei werden verschiedene Werkzeuge im Sinn von Elementen einer „Muster-Sprache“ unterschieden. Darüberhinaus erstellt SMASH einen Kostenplan für die technische Umsetzung Kollaborativer Ökonomien auf Stadtteil-Ebene. Die Sichtweisen von involvierten Akteuren auf die Stärken, Schwächen, Chancen und Hindernisse einer Multiplizierung der Projekterfahrungen fließen in das Toolkit ein. Zur Überprüfung der Entwicklungsrichtung der integrativen Kollaborationsarena und der Kollaborativen Ökonomien in ihren drei Dimensionen wird ein ganzheitliches Monitoringsystem erarbeitet.

Innovation

Das Projekt schafft Innovationen in vier Bereichen: SMASH integriert (1) Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliche Organisationen und kommerziell-genossenschaftliche Unternehmen, um wirksame Synergien zwischen diesen drei Dimensionen zu schaffen. Es gibt in allen sozialen und wirtschaftlichen Bereichen eine große Vielfalt an Initiativen Kollaborativer Ökonomien. Doch Synergien sind bislang zu wenig entwickelt worden. (2) bettet SMASH die Weiterentwicklung und Anpassung verfügbarer digitaler Tools für die drei Dimensionen Kollaborativer Ökonomien sozial ein. So nutzen Menschen diese Tools in verstärktem Maße praktisch und die digitalen Werkzeuge unterstützen den Aufbau Kollaborativer Ökonomien auf effektivere Weise. Die soziale und partizipative Einbettung digitaler Technologien ist in bisherigen Projekten zur Entwicklung digitaler Technologien für Smart Cities noch nicht umfassend berücksichtigt worden. Aus technischer Sicht ist die Entwicklung der digitalen Tools in diesem sozialen Kontext innovativ, weil spezifische Kommunikations- und Informationskanäle für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden. Darüberhinaus werden Anschlusspunkte geschaffen, um weitere Software-Komponenten und -Systeme anbinden zu können. (3) erarbeitet SMASH ein systematisches sozial-ökologisches Monitoringsystem für den Aufbau Kollaborativer Ökonomien, damit ein Transformationsprozess in Gang kommt: tiefgehend und nachhaltig. Ein solches System der begleitenden Evaluierung ist neuartig, insbesondere aufgrund der Einbeziehung von Indikatoren für Gesundheit, Wohlbefinden und lokale Verankerung. (4) erarbeitet SMASH ein Entwicklungsmodell am praktischen Beispiel, damit Kollaborative Ökonomien multipliziert werden können. Auf der Skalenebene eines neuen Stadtteils sind Kollaborative Ökonomien noch kaum gezielt entwickelt worden. Ein Toolkit, das die dabei gemachten Erfahrungen systematisiert und verallgemeinert, gibt es bislang nicht.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Eine wachsende Zahl von Studien widmet sich dem neuen Trend zu Kollaborativen Ökonomien. Vielfach wurde gezeigt, dass Kollaborative Ökonomien die ökologische Effizienz erhöhen und sozial integrativ wirken können. Sie sind auch wirtschaftlich smart. Eine Reihe von Erfolgsfaktoren Kollaborativer Ökonomien sind bekannt. SMASH nutzt dieses Wissen für den Aufbau Kollaborativer Ökonomien auf Stadtteil-Ebene. Das Projekt entwickelt vorhandene digitale Tools weiter, um diesen Trend zu unterstützen.

Stadt als Testbed nutzen

Kollaborative Ökonomien profitieren von räumlicher Nähe ‒ SMASH arbeitet daher auf der Ebene des Stadteils „My Smart City Graz“. SMASH nutzt diesen neuen Stadtteil als Testbed für den Aufbau einer integrativen Kollaborationsarena und von Kollaborativen Ökonomien. Im Rahmen von Aktionsforschung untersucht das Projekt, wie auf diesem Weg der soziale Zusammenhalt, die Lebensqualität, die ökologische Performance und die Potenziale für eine lokale wirtschaftliche Prosperität gestärkt werden können.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Durch den intensiven sozialen Prozess von Vernetzung und Teilhabe trägt SMASH dazu bei, dass die neuen EinwohnerInnen von „My Smart City Graz“ eine starke Identifikation mit dem neuen Stadtteil aufbauen und ihr Lebensumfeld aktiv gestalten. Die Ergebnisse aus dem Testbed können die weitere Entwicklung der Smart City Graz inspirieren. Das Toolkit und die digitalen Werkzeuge, die SMASH entwickelt, können in anderen Grazer Stadtteilen oder Städten eingesetzt werden.

Summary

Collaborative economies put multifunctionality into practice by sharing objects, services, knowledge, spaces, and responsibilities with people or organizations. Collaborative economies embody a systemic-integrative approach: ecologically efficient, socially inclusive and economically smart. The project „SMASH. Smart Sharing Graz“ connects different dimensions of collaborative economies at the level of the new district „My Smart City Graz“: (1) neighborhood assistance, (2) volunteer organizations, (3) commercial enterprises (focusing on cooperatives). For these three dimensions, there are already digital networking tools ‒ SMASH embeds the development of specifc tools socially so that they are used effectively and widely. Neighborhood assistance, voluntary organizations and commercial enterprises are rarely interconnected ‒ SMASH integrates these dimensions to make synergy effects effective. The ecological, economic and social potentials of collaborative economies have been documented many times ‒ SMASH is developing systematic monitoring to get a transformation process going: deep and sustainable. There are many initiatives of collaborative economies in all social and economic areas ‒ SMASH is developing tools and a development model on a practical example so that collaborative economies can be multiplied. Collaborative economies benefit from spatial proximity ‒ SMASH, therefore, works at the level of the district „My Smart City Graz“. A wide range of knowledge about success factors of collaborative economies is available. The project implements this knowledge for the development of a collaborative economy as part of action research. SMASH creates a new experimental space in the real city: an integrative collaboration arena. Based on this, SMASH generates a toolkit and a holistic monitoring system for a multipliable development model of collaborative neighborhood economies that releases socio-ecological transformation potential.

Zuletzt aktualisiert am 02/24/2021

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 11. Call

Projektstart: 01.04.2020
Projektende: 31.03.2023
Genehmigte Förderung: € 329.993
Genehmigte Projektgesamtkosten: € 549.990

Konsortium

Regional Center of Expertise Graz-Styria (RCE), Universität Graz (Konsortialführer)
StadtLABOR - Innovationen für urbane Lebensqualität GmbH
Bravestone Information-Technology GmbH

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung Mag. Dr. Andreas Exner Regional Center of Expertise Graz-Styria (RCE), Universität Graz +43 (0) 316 380 - 8866 E-Mail
Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail