Smart Mürz

Entwicklung einer Smart City Region Mürz

Ausgangssituation

Das obere Mürztal leidet trotz vorhandener Leitbetriebe aus Industrie und Gewerbe unter einer starken Abwanderung, da Lebensqualität und Attraktivität vielfach als zu gering wahrgenommen werden. Das Projekt „Smart Mürz“ will dem entgegensteuern, indem in der Kleinregion ein urbaner Charakter erzeugt wird, der die Kette kleiner Städte und größerer Gemeinden entlang des Mürztales als Gesamtheit für junge und gut ausgebildete Personen – wie sie von der Industrie dort benötigt werden – wieder attraktiv macht. Die Entwicklung einer „smarten und lebenswerten Region“ umfasst viele Lebensbereiche, wie Energie und Umwelt, Verkehr und Mobilität, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, Wohnen und Freizeit, soziale, kulturelle und Bildungseinrichtungen, u.a. mehr. Das Hauptziel dieses Projekts war daher, zu prüfen, welche gemeinsame sektorenübergreifende Entwicklungsstrategie für alle Gemeinden zum Ziel einer lebenswerten, dynamischen und nachhaltigen Region im Jahr 2050 führen kann. Zentrales Anliegen dabei war die Erfüllung urbaner Dienstleistungen mit einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch und geringen Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Erhöhung der lokalen Wertschöpfung und Lebensqualität. Besonders wichtig für eine größtmögliche Identifikation der EinwohnerInnen mit ihrer Region und der zu entwickelten Vision sowie die Akzeptanz des ausgearbeiteten Maßnahmen- und Kriterienkatalogs war die Einbindung regionaler Akteure und Stakeholder von Beginn an.

Inhalte und Zielsetzungen

Übergeordnetes Ziel des Projekts war die Entwicklung einer Vision für eine zukunftsfähige und attraktive „Stadtregion Mürz 2050“ im Rahmen eines partizipativen und kooperativen Strategie- und Planungsprozesses. Dadurch sollte der Grundstein für eine nachhaltige Regionalentwicklung einer derzeit schrumpfenden Region gelegt werden. Die Visionsentwicklung erfolgte entlang zentraler Handlungsfelder/Themenbereiche, die integrativ und systematisch bearbeitet wurden, u.a.:

  • Lebensqualität und Attraktivität: Entwicklung einer Strategie für eine attraktive Stadtregion trotz Bevölkerungsrückganges
  • Energie und Umwelt: Reorganisation der Energie- und Mobilitätsnetze, Ressourcenschonung
  • Wohnen und Freizeit: Adaptierung der städtischen Wohngebiete; Reorganisation der sozialen Infrastruktur (Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser)
  • Arbeiten: Integration der Industrie- und Gewerbegebiete für eine zukunftsfähige Nutzung der Energiepotenziale und zur Förderung von PPP zwischen Stadt und Betrieben
  • Finanzierung: Finanzierungsstrategien der Reorganisationsmaßnahmen unter Einbeziehung von überregionalen Entwicklungen.

Auf Basis der Vision wurde eine Roadmap und ein Aktionsplan mit einem konkreten Maßnahmenbündel entwickelt.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Folgende Ergebnisse konnten am Ende des Projekts erreicht werden:

    • Systemübergreifende Potenzial- und Umfeldanalyse: Integrative und systemoptimierte Smart Regionalentwicklungsvision für die urbane Agglomeration Mürz (Smart City Region Mürz 2050) mit 4 Teilvisionen für die Menschen in der Kleinregion: Belebung der Stadt- und Ortskerne, Multimodale Mobilitätskonzepte, Bildungsoffensive „Denkschmiede Mürz“ und Energieautonomie im Mürztal
    • Ausarbeitung einer Roadmap mit konkreten Maßnahmenbündeln für die jeweiligen Teilvisionen sowie eines Aktionsplanes (anhand der Schwerpunktsetzungen der Smart Vision Mürz 2050 und den inkludierten Leitplänen)
    • Beschlussfassung des REV zur Umsetzung dieser Vision bzw. Roadmap: der REV wird bei der nächsten Smart City Demo Ausschreibung des Klima- und Energiefonds als Konsortialführer ein Folgeprojekt einreichen. Zusätzlich gibt es das Commitment der Bürgermeister von Kindberg, Mürzzuschlag und Neuberg an der Mürz bei dem Folgeprojekt als Partner dabei zu sein und konkrete Maßnahmen im Zuge des Projekts umzusetzen.
    • Förderung von Kooperationsbildung und Vernetzung
    • Aufbereitung der Ergebnisse für den Wissenstransfer und als Grundlage für die Vorbereitung eines Smart-City-Demoprojektes zur Umsetzung des Aktionsplans.
Projektdaten – Sondierungsprojekt im 4. Call aus dem Jahr 2013
Projektstart: 01.07.2014
Projektende: 30.06.2015
Förderung genehmigt: € 53.600,–
Förderung ausbezahlt: € 53.600,–
Konsortium
StadtLABOR Graz – Innovationen für urbane Lebensqualität (Konsortialführung)
Technische Universität Graz – Institut für Städtebau
Regionaler Entwicklungsverband Mürzzuschlag (Regionalverband Mürz)
Technisches Büro für Raumplanung DI Daniel Kampus

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 03/12/2019

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Mag.a Barbara Hammerl
Stadtlabor Graz

Tel: +43(0)316 228946

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail