Smart City Salzburg

Salzburgs Schwerpunkte wurden in der Erweiterung und Optimierung des Fernwärmenetzes in Übereinstimmung mit den Stadtplanungs- und Entwicklungsstrategien sowie einer weiteren Reduktion des Primärenergiebedarfs aus nicht erneuerbaren Energiequellen gesehen. Erfahrungen mit innovativen Bauprojekten, "Smart Grids" und neue e-Mobilitätsdienstleistungen wurden auf einen breiteren Anwendungskreis übertragen.

Ausgangssituation

In Bezug auf Energie- und Klimaschutz wurden in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die teilweise auch über die Stadtgrenzen hinaus Leuchtturmcharakter aufweisen: Die Wohnanlage Samer Mösl, der erste mehrgeschossige Wohnbau Österreichs in Holzbauweise und mit Passivhausstandard oder das „Stadtwerk Lehen“, ein energieoptimierter Stadtteil mit internationalem Vorzeigecharakter. Bereits vor über 10 Jahren wurde ein „Energie-Kontroll-System“ für die Verbrauchsaufzeichnung und Überwachung der städtischen Objekte eingeführt. Neben einem täglichen Energiecontrolling wurden aus dem Energiekontrollsystem auch ambitionierte Planungsvorgaben für Bauvorhaben abgeleitet. Die Stadt Salzburg setzte gemeinsam mit der Salzburg AG Pilotprojekte zu „Smart Grids“ und zur Elektromobilität um.

Erarbeitete Vision für „Smart City Salzburg 2050“:

Wohngebäude wurden in ein Gesamtsystem integrierte Nullenergie-/ Plusenergiegebäude geändert und haben im Gesamtsystem eine neutrale CO2– Bilanz
Kommunale Gebäude und Infrastruktureinrichtungen sind Plusenergieobjekte und versorgen ihre Umgebung
Energieaufbringung und -verteilung sind intelligent vernetzt und die Potenziale erneuerbarer Energieträger werden genutzt
Mobilität ist vollständig umgestellt auf ein nachfrageorientiertes, intelligentes Transport-Servicesystem
Mensch und Lebensstil durch aktive Einbindung von Bürger/innen, Bildungseinrichtungen u.a. wird der erforderliche Wertewandel erreicht

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Erstellung eines Sanierungsplans, Schaffung eines internen Finanzierungsbudgets, CO2-neutrale Wärmeversorgung bei allen kommunalen Gebäuden und ein Nachhaltigkeits-Check wurden verpflichtend eingeführt.
Umsetzung von Pilotprojekten: „Smart District Gnigl“ und das „Haus der Zukunft“ wurden realisiert; zwei weitere Vorzeigeprojekte wurden umgesetzt; Speicher- und Regelmöglichkeiten bei kommunalen Objekten: Potenzialuntersuchung abgeschlossen; Lichtoffensive: Umstellung auf energieeffiziente und umweltfreundliche Beleuchtungssysteme gestartet.
Festlegung von Sanierungsschwerpunkten, in Kooperation mit den gemeinnützigen Bauträgern; Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten für Sanierungspflicht und Energieträgerverpflichtung, CO2-neutrale Siedlung: Planung / Baubeginn, alle Neubausiedlungen und 25% des Gebäudebestands sind „Smart Grid“-fähig
Flächenhafte Umsetzung eines „Smart Grid“, Solaroffensive: zusätzlich Sonnenkollektoren Photovoltaik
Einsatz von Elektrofahrzeugen für kurzwegige innerstädtische Lieferdienste, Einsatz von Biogas für kommunale Fahrzeuge wie Autobusse oder Müllsammelfahrzeuge, mind. 1 Wohnbauprojekt mit integriertem Mobilitätskonzept; Kombinations- und Ergänzungsangebote ÖV; Mobilitätskarte und Mobilitätskostenrechner
Bildungsoffensive für einen nachhaltigen und genussvollen Lebens- und Arbeitsstil gestartet; Ökologische Zertifizierung der Schulen, Ausbildungsprogramme.

Ausblick

Die erfolgreiche Einreichung des Pilotprojekts „Smart District Gnigl“ im 2. Call Smart Energy Demo – fit4set, unter Beteiligung mehrerer Projektpartner, darf als Erfolg des Projekts gesehen werden. Damit sind die Praxistauglichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen und das weitergehende Interesse der AkteurInnen der Stadt unter Beweis gestellt.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Salzburg in den Medien 2014

Salzburg in den Medien 2013

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Mag. Josef Reithofer
Stadt Salzburg

Tel: +43(0)662 8072-2764

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail