Smart City Salzburg – Stromeffizienz bei öffentlichen Gebäuden

Bei öffentlichen Gebäuden wird ein Stromeinsparpotential von ca. 5 bis 15 % vermutet. Aufbauend auf das bestehende Energiekontrollsystem der Stadt Salzburg wurden, mit effizienten Analysemethoden, Maßnahmen entwickelt, um Stromverbräuche in öffentlichen Gebäuden zu optimieren. Anhand von ca. 20 Testgebäuden wurde die angewandte Methodik geprüft und optimiert. Aus den Erkenntnissen werden gebäudetypbezogene Zielwerte und Maßnahmen zur Erreichung dieser Kennzahlen abgeleitet.

Die Stadt Salzburg setzt seit vielen Jahren ein erfolgreiches und vorbildhaftes Monitoringkonzept um. In rund 300 öffentlichen Gebäuden, im Besitz der Stadt, wird laufend mit einem eigenen Energiekontrollsystem der Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch erfasst und täglich überwacht. Dadurch konnte in den letzten Jahren vor allem der Wärmeverbrauch erheblich gesenkt werden. Einerseits konnte auf Störungen sehr kurzfristig reagiert werden, andererseits wurden aufbauend auf den vorhandenen Informationen, Schwerpunkte im Sanierungsbudget festgesetzt.

Während man bei der Reduktion der Wärmenachfrage durch Information, Vorgaben durch Bauordnung und Sanierungsschwerpunkten einen erfolgreichen Weg eingeschlagen hat, sind bei Strom die großen Einsparungen bisher ausgeblieben. Durch verstärkte Stromanwendung (IT, Beleuchtung, Lüftung), ist jedoch festzustellen, dass auch ein konstant bleibender Stromeinsatz als Erfolg zu werten ist.

Um jedoch in den nächsten Jahren einen ähnlich erfolgreichen Weg wie bei Wärme einzuschlagen, ist es nicht nur erforderlich, die Stromverbrauchsstruktur (Anteil Beleuchtung, IT, Hilfsstrom für Lüftung, Heizung, Warmwasser, …) zu kennen, sondern auch zu wissen, welche Stromeinsparpotenziale technisch und organisatorisch vorhanden sind. Um aufwendige Stromanalysen von einzelnen Gebäuden zu vermeiden, wurde für ausgewählte Objekte die Möglichkeit einer standardisierten Auswertemethodik bestehender Daten aus dem Energiekontrollsystem sondiert. Diese Ergebnisse wurden in Zielwerte umgelegt, welche den Pfad für die Stromeinsparung vorgeben. Die Zielwerte wurden exemplarisch an ausgewählten Objekten erarbeitet.

Die Sondierung dient der Stadt Salzburg als Basis für eine weiterreichende Planung eines Stromsparschwerpunkts für öffentliche Gebäude. In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse zur Planung eines Demonstrationsprojekts zur signifikanten Reduktion des Strombedarfs bei öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Dabei werden dann auch die vorgeschlagenen Zielwerte und der Zusammenhang mit den vorgeschlagenen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Plausibilität überprüft.

Projektdaten – Sondierungsprojekt im 3. Call aus dem Jahr 2012
Projektstart: 01.11.2013
Projektende: 28.02.2015
Förderung Forschungsteil genehmigt: € 63.500,–
Förderung Forschungsteil ausbezahlt: € 60.198–
Konsortium
Stadt Salzburg, 6/00 Energie und Smart City Koordination (Konsortialführung)
SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen
e7 Energie Markt Analyse GmbH

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/11/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Mag. Josef Reithofer
Stadt Salzburg

Tel: +43(0)662 8072-2764

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail