Smart City Rheintal

Die Verknüpfung von Smart Meter, Smart Home, E-Mobility und Smart Grid war Teil von „Smart City Rheintal“. Hier wurden Einzel-Aktivitäten in einem übergreifenden Demonstrationsprojekt gebündelt, verstärkt und durch den Einsatz neuer Technologien zu einem „System of the System“ zusammengeführt. Neben der Stärkung der Aus- und Weiterbildungsinitiative (Stiftungslehrstuhl, EUREM etc.) sollte das innovativen Gebäude „Haus der Energieeffizienz“ entstehen.

Ausgangssituation

Das Rheintal ist ein polyzentrischer Agglomerationsraum mit einem fast geschlossenen Siedlungsband, bestehend aus 29 Gemeinden mit rund 240.000 EinwohnerInnen und 12.000 Unternehmen. Die Region ist der zentrale urbane Lebensraum in Vorarlberg und wird basierend auf einem räumlichen Leitbild als gemeinsamer Lebens- und Planungsraum wahrgenommen und gestaltet. Die Erreichung der Klimaschutzziele wird daher ebenfalls durch gemeinsame Maßnahmen in der Region angestrebt. Die Region hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt, für 2030 ist ein weiterer Bevölkerungszuwachs von 13% prognostiziert. Damit wächst die Region nahezu zweimal so schnell wie Österreich. Etwa 3,5% des Gesamtelektrizitätsverbrauchs Österreichs fallen auf das Rheintal (Vorarlberg: 5%). Das Projekt baut auf innovativen Pilotprojekten (z.B. Smart Grid, Smart Meter, VLOTTE als Österreichs erster Modellregion für E-Mobilität mit mehr als 800.000 elektrisch zurückgelegten E-Auto km) auf. Bregenz weist einen überdurchschnittlich guten Anteil des ÖPNV, des Fahrrad- und Fußwegeanteils auf und besitzt daher Vorbildwirkung für die ganze Region.

Erarbeitete Vision

Grundlegende Vision ist die Erreichung der Energieautonomie bis 2050. Dazu liegt ein einstimmiger Beschluss des Landesparlamentes vor. Um diese Vision zu erreichen, sind die Handlungsfelder Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Nachhaltige Siedlungsentwicklung, Zukunftsorientierte Mobilität sowie Forschung und Bildung von großer Bedeutung. Visionäre Ziele bis 2050 sind eine Steigerung der Erneuerbaren Energieträger um 50% und eine Reduktion des Energieverbrauchs um 60%. Die Sanierungsrate soll auf mindestens 3% des Gebäudebestandes erhöht werden, Niedrigstenergiehaus-Standards vollständig realisiert und der Energiebedarf im Gebäudebereich um 70% reduziert werden. In der Mobilität sind die Ziele bis 2050 die Schrumpfung des Fahraufkommens im MIV auf 50%, die Verdopplung des Schienenverkehrsaufkommens, eine Verdoppelung des Radanteils am Modal Split und eine Steigerung des ÖV-Anteils auf 21%. Insgesamt soll dadurch eine Reduktion der CO2-Emissionen um 93% (Basisjahr 2005) erreicht werden.

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Der Aktionsplan umfasste die Anwendung der erarbeiteten Handlungsfelder der Vision und Roadmap auf geplante Bauvorhaben in der Region. Zielsetzung war, die Siedlungskerne effektiv städtebaulich aufzuwerten und zu verdichten. Quartiersplanung muss daher Energieversorgung und -effizienz gemeinsam mit einer nachhaltigen Erschließung unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten, sowie der notwendigen Infrastruktur (soziale Infrastruktur, Nahversorgung) berücksichtigen. Verbunden werden die Städte und Gemeinden des Rheintals durch die Transportinfrastruktur und die Serviceleistungen des Verkehrsverbund Vorarlberg. Damit sollen ein Netz von öffentlichen Räumen und die sie verbindenden Verkehrsnetze zu prägenden Elementen im Rheintal werden. An solchen ÖV-Knotenpunkten sollen daher hohe Baudichten entwickelt und eine Nutzungsvielfalt geboten werden. Mit diesem Ansatz als Grundlage, wurden sechs potenzielle Stadt- und Siedlungsentwicklungsprojekte in der Region identifiziert, in denen pilothaft Maßnahmen aus den oben angeführten Bereichen umgesetzt werden können: Seequartier und Seestadt Bregenz, Kongresszentrum Feldkirch, sowie Projekte in Hard, Götzis und Lauterach. Zukünftige Projekte entlang der Achse durch das Rheintal können auf den erarbeiteten Grundlagen aufbauen und diese Maßnahmen ebenfalls umsetzen. Die Finanzierung wurde größtenteils von den jeweiligen Bauträgern selbst übernommen, sowie von weiteren beteiligten Partnern. In allen Projekten werden BürgerInnen schon in der Planung partizipativ eingebunden.

Ausblick

Die Gemeinden und weitere Kooperationspartner haben das erarbeitete Demonstrationsprojekt im 2. Call eingereicht und haben die erarbeiteten Maßnahmen in 3 Gemeinden – Bregenz,  Feldkirch und Hard – anhand vier geplanter Stadtentwicklungsprojekte umgesetzt. Regionsweit wurden Maßnahmen zu Smart Grid umgesetzt. Für das Rheintal wurde ein eng an den ÖV geknüpftes Mobility-on-demand-Konzept entwickelt. Durch ein begleitendes CO2-Monitoring wurden die Auswirkungen der Maßnahmen beobachtet und ausgewertet.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Rheintal-Bregenz in den Medien 2012

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

DI Gerhard Günther
Vorarlberger Kraftwerke AG

Tel: +43(0)5574 601 73210

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail