Smart City Hartberg

In Hartberg sollte eine reproduzierbare kleine Smart City über ein umfassendes Bündel an abgestimmten und angepassten Maßnahmen demonstriert werden. Die urbane Region von und um Hartberg akkumuliert eine gewachsene, zusammenhängende und kompakte Fläche mit ca. 11.000 EinwohnerInnen. Ihre Charakteristik ist mit zahlreichen anderen Städten dieser Größe vergleichbar (historische Innenstadt, am Stadtrand befindliche Gewerbe- und Geschäftsflächen, Naherholungsgebiete, großer Grünflächenanteil etc.).

Engagement für eine nachhaltige Entwicklung hat in Hartberg eine lange Tradition. Jetzt zeigt Hartberg, warum das Smart-City-Konzept auch für kleinere Regionen attraktiv ist. Rund 11.000 EinwohnerInnen, kompakte Fläche, historische Innenstadt, Gewerbe- und Geschäftsflächen am Stadtrand: Das steirische Hartberg hat viele Merkmale mit anderen Kleinstädten gemein. Genau deshalb ist es als Smart-City-Vorbild für andere Städte in dieser Größenordnung interessant.

Città Slow Hartberg demonstrates Smart City

Die Stadtvision von Hartberg wird durch den Kulturtrend „Città Slow“ inspiriert und beeinflusst. Diese Bewegung adressiert die Steigerung der städtischen Lebensqualität, während Schnelllebigkeit und Homogenisierung, welche insbesondere in (Groß)städten bestehen, vermieden werden. Eine entsprechende umfangreiche Roadmap und ein Maßnahmenplan für eine mittelfristige CO2-Neutralität wurden entwickelt, indem die lokalen Ressourcen innerhalb der Stadt und in den umgebenden Gemeinden effizient genutzt werden.

Problematik

Im Gegensatz zu Hartberg weisen Großstädte signifikant unterschiedliche Rahmenbedingungen auf, um eine Smart City zu demonstrieren: Es bestehen Unterschiede hinsichtlich der nachhaltigen Transportlösungen, der Energiepolitik zur dezentralen Erzeugung, des Umfangs und der Komplexität von Demonstrationsmöglichkeiten, den verfügbaren Ressourcen (Human-, Energie-, Finanz-, Zeit-, Gebäude-/Infrastruktur-Ressourcen etc.), dem Beteiligungsprozess von BewohnerInnen & Stakeholdern, den Wirtschaftsstrukturen und der -philosophie etc.. Daher sind signifikant andere Ansätze notwendig.

Geplante Ziele

Das Hauptziel war die Demonstration eines smarten Stadtteils im Hartberger Innenstadtbereich (historische Kernzone), als hoch frequentiertes „Herz“ von Kleinstädten, über außergewöhnliche Vorzeigeprojekte, damit die Ausbreitung auf die Umgebung gefördert wird:

  • Etablierung eines neuen, smarten Vorzeige-Gebäudekomplexes
  • Intelligente Renovierung des denkmalgeschützten Rathauses
  • Etablierung eines intelligenten Biomasse-basierenden Fernwärmesystems
  • Realisierung einer „Semi-Smart-Grids“-Lösung für Strom
  • Umfassendes interaktives stationäres und mobiles Stadtkommunikations- und -informationssystem
  • Etablierung von Carsharing, Shared Spaces & Echtzeit- Verkehrsinformationen
  • Demonstration eines Vorzeigeprojektes von Kleinstädten für E-Mobilität
  • Entwicklung von geeigneten Geschäftsmodellen für Strom, Wärme, Mobilität und Immobilien etc.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse

Mittels bottom-up und einem interdisziplinären Ansatz wurde ein integriertes, abgestimmtes und ausgewogenes Bündel realisierbarer Maßnahmen unter wiederholter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder und BewohnerInnen adressiert.
Mit dieser Methodik sollten folgende Ergebnisse erzielt werden:

  • Intelligente Demonstrationen basierend auf einem lebenden Labor
  • Referenzen für Österreichische Unternehmen / Akteure
  • Erfahrungen und Handlungsempfehlungen für weitere intelligente Realisierungen
  • Erstellung umfassender Disseminations- & Beteiligungsmaterialien
  • erweitertes ExpertInnen-Netzwerk
Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 2. Call aus dem Jahr 2011
Projektstart: 01.09.2012
Projektende: 31.08.2016
Genehmigte Förderung: € 537.600,–
Projektgesamtkosten: € 1.285.353,–
Konsortium
Stadtgemeinde Hartberg (Konsortialführer)
Forschungsgesellschaft Mobilität –  Austrian Mobility Research FGM –  Amor gemeinnützige Gesellschaft m.b.H.
Eaton Industries (Austria) GmbH
Interdisziplinäres Forschungszentrum für  Technik, Arbeit und Kultur (IFZ)
B.I.M. Beratung und Informationsverarbeitung im Mobilitätsbereich – Frantz, König und Schallaböck OG
Stadtwerke Hartberg Verwaltungs Gesellschaft m.b.H.
4ward Energy Research GmbH
Hartberg Standortentwicklung und Immobilien GmbH
DICUBE MEDIA GmbH
KELAG Wärme GmbH
DI Mag. Pilz Thomas

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 04/27/2020

Hartberg in den Medien 2012

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

DI DI (FH) Alois Kraußler

4ward Energy Research GmbH

Mobil: +43(0)664 88 500 33 9

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail