Smart City Campagne-Areal Innsbruck – langde

In Innsbruck wird das Gebiet Campagne Reichenau mit rund 84.000 Quadratmetern Grundstücksfläche vollständig neu bebaut. Geplant sind ca. 1.100 Wohnungen (davon ca. 800 gefördert) auf vier Baufeldern, mehrere Sportplätze und Sportanlagen, ein Stadtteilsaal sowie großzügige Grün- & Freiraumflächen. Im Rahmen des Umsetzungsprojektes soll ein Best-Practice-Beispiel für die Schaffung von nachhaltigem und kostengünstigem Wohnraum im Passivhausstandard entstehen. Die Optimierung der Gebäudehüllen steht dabei ebenso im Fokus wie die intelligente Stadtplanung sowie Ver- und Entsorgungsstrukturen im Smart-City-Gebiet. Dabei kann auf Erfahrungen und Strukturen aus dem „EU-FP7-Sinfonia“ und Vorprojekten der Partner aufgebaut beziehungsweise an diese angeknüpft werden. Ziel ist die langfristige nachhaltige Quartiersentwicklung des Areals zur „Zero Emission Urban Region“ sowie die Eingliederung in die Energiestrategie Tirol 2050.

Ausgangssituation

Die praktische Erprobung des Passivhauses als hocheffizienter Neubaustandard erfolgte in zahlreichen Projekten bereits vor 20 bis 25 Jahren. Damals waren zwar weder die dafür benötigten Berechnungs- und Planungsverfahren verfügbar, noch die notwendigen Bauprodukte und -techniken, die gewünschten Energieziele konnten meist trotzdem erreicht werden. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kam es dann in diesem Bereich schrittweise zu Produkteinführungen, zur Etablierung von Planungsverfahren und damit verbunden Kostensenkungen, wozu auch österreichische Technologien und Firmen entscheidend beigetragen haben. Dabei konnten nicht nur die Kosten der Gebäudehülle selbst gesenkt werden, sondern auch angepasste Haustechniksysteme, insbesondere Komfortlüftungssysteme entwickelt, getestet und zur Marktreife gebracht werden. In das Projekt „CAMPAGNE Innsbruck“ fließen nun alle diese Vorarbeiten ein, um die Kostendifferenz zwischen Gebäuden nach Bauordnung und Passivhäusern weiter zu senken.

Ziele & Ergebnisse

Das Campagne Areal soll ein Best-Practice-Beispiel für die Schaffung von nachhaltigem und kostengünstigem Wohnraum im Passivhausstandard werden. Dazu sollen unter anderem nachhaltige Energie-, Ver- und Entsorgungs- sowie Mobilitätskonzepte erstellt werden. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der Kosteneffizienz von Planung, Bau und Betrieb, die Entwicklung von kostengünstigen und hocheffizienten „Schubladenlösungen“ für Baumaßnahmen im Passivhaus-Standard und die Optimierung der Gebäude und deren Ausrichtung sowie Anordnung durch Simulation.

Innovation

Erstmals kommt es bei „CAMPAGNE“ in Innsbruck zu einem kooperativen Planungsprozess, der die Aspekte Stadtplanung, soziale Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Energieversorgung sowie Ver- und Entsorgung von Wasser und Mobilität berücksichtigt. Dabei werden sowohl im Wohnbau, als auch in den Bereichen Energie, Mobilität, Entsorgung und Wärmerückgewinnung sowie im Monitoring innovative Ansätze verfolgt. Beim Wohnbau geht es beispielsweise darum, durch Maßnahmen wie innovativen Frostschutz- und Filterstrategien die Bau- und Wartungskosten von Passivhausbauten so niedrig wie möglich zu halten. Im Bereich Energie müssen unter anderem neue Regelalgorithmen entwickelt werden, die den zukünftig notwendigen sozialen, ökologischen und ökonomischen Anforderungen gerecht werden. Bei der Erarbeitung und Umsetzung des Mobilitätskonzepts werden inhaltliche und prozessorientierte Innovationen angestrebt, die über das übliche Maß der Verkehrsplanung bei der Entwicklung entsprechender Baugebiete hinausgehen. So sollen innovative Mobilitätsangebote in die Planung miteinbezogen werden, die Zahl der Pkw-Stellplätze wird reduziert und ein Monitoring des Mobilitätsverhaltens findet in späteren Bauphasen Berücksichtigung.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Der Spatenstich für das erste Baufeld – 307 Wohnungen – erfolgte im Spätherbst 2019. Für die Beheizung kommt eine Wasser-Wasser-Wärmepumpenanlage zum Einsatz, die Trinkwassererwärmung erfolgt über die Fernwärme des regionalen Fernwärmeversorgers IKB (mit hohem Anteil an industrieller Abwärme und Bioenergie). Die Dächer werden nach vorhandenen Möglichkeiten mit PV-Anlagen bestückt, der erzeugte Strom wird zur Teilversorgung mit Allgemeinstrom sowie für Lüftung und Wärmepumpe verwendet.

Summary

In Innsbruck’s Campagne Reichenau area, one of Austria’s largest urban development areas is being built, including athletic fields, a clubhouse, and 1,100 apartments. Within the framework of the project, best-practice examples are being developed for creating inexpensive and sustainable residences with a passive-house standard. The focus is on optimizing building envelopes, on intelligent urban planning, and supply and waste management structures.

Zuletzt aktualisiert am 20210224

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 8. Call

Projektstart: 20170601
Projektende: 20210531
Genehmigte Förderung: € 977.966
Genehmigte Projektgesamtkosten: € 2.473.445

Konsortium

Innsbrucker Immobilien GmbH & CoKG (Konsortialführer)
NEUE HEIMAT TIROL Gemeinnützige WohnungsGmbH
Innsbrucker Kommunalbetriebe Aktiengesellschaft
Universität Innsbruck – Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften & Institut für Infrastr

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung Hannes Gstrein Innsbrucker Immobilien GmbH & CoKG +43 (0) 512 4004 - 100 E-Mail
Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag. Heinz Buschmann, MSc +43 (0)1 585 03 90 E-Mail