Smart City Bruck

Die Stadt Bruck an der Mur im Zentrum des industriellen Ballungszentrums Mur/Mürz Furche ist einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte in Österreich. Aufgrund der topografischen Lage müssen öffentliche Einrichtungen, Wohn- und Freizeitgebiete, Handel, Tourismus, Verkehrsinfrastruktur und Industries auf engstem Raum nachhaltig koexistieren. Um in Zukunft nachhaltige ökologische und ökonomische Perspektiven zu bieten, will Bruck eine „grüne“ Vision entwickeln.

Ausgangssituation

Die Stadt Bruck an der Mur ist Bezirkshauptstadt im Zentrum des industriellen Ballungszentrums Mur/Mürz Furche und gleichzeitig einer der wichtigsten zentralen Verkehrsknotenpunkte in Österreich. Aufgrund der topografischen Lage müssen öffentliche Einrichtungen, Wohn – und Freizeitgebiete der BürgerInnen, Handel und Tourismus ebenso wie Verkehrsinfrastruktur neben Industriestandorten auf engstem Raum nachhaltig koexistieren. Um allen Beteiligten in Zukunft nachhaltige ökologische und ökonomische Perspektiven zu bieten, stand Bruck vor der großen Herausforderung, eine „grüne“ Vision zu entwickeln, die die unterschiedlichen Handlungsfelder Energienetze, Mobilität, System Stadt, Gebäude, kommunale Ver- und Entsorgung und Kommunikation zu einem interagierenden Gesamtsystem verbindeten.

Erarbeitete Vision

In einem 3-stufigen Prozess wurde unter Mitwirkung von GemeindevertreterInnen aller Parteien, der Industriebetriebe, der Energieversorger, der Verkehrsbetriebe, Forschungseinrichtungen (inklusive Sozialwissenschaft), engagierter Brucker BürgerInnen und anderen eine Vision 2050, eine Roadmap und ein Actionplan für ein „grünes“ und damit nachhaltiges Bruck an der Mur entwickelt.
Als größte Herausforderung für Bruck an der Mur wurden die Abwanderung und zunehmende Überalterung der Bevölkerung sowie der starke Industrialisierungsgrad mit dem hohen Energieverbrauch identifiziert. Aus dieser Bestandsaufnahme heraus wurde die Vision „Bruck an der Mur – Lebens(t)raum am Fluss“ mit Betonung auf hoher Lebens- und Wohnraumqualität erarbeitet. Dazu wurden für die unterschiedlichen Bereiche von Bruck an der Mur Maßnahmen und Projektideen entwickelt.

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Im letzten Workshop wurden nach vielen bilateralen Vorgesprächen zwischen Projektpartnern und auf Basis der ersten beiden Workshops gemeinsam mit allen Akteuren bereits vorskizzierte Projekte vertieft und Anforderungen an bestimmte Stadtteile genauer ausformuliert. Für die Altstadt bedeutete das z.B. einen hochwertigen, regionalen Handel aufzubauen und ein umfassendes Mobilitätskonzept mit Einbindung der Mur zu entwickeln, während im Bahnhofsviertel an multimodalen Angeboten im Umkreis des neuen Bahnhofs gearbeitet und ein Bezug zur neuen Murbrücke hergestellt wurde. Für 5 konkrete Projekte, die entwickelt wurden, wurden schließlich Teilprojektabgrenzungen (Start, Ende, Inhalte, Ziele, Nicht-Ziele und Kostenabschätzung) vorgenommen: 100% Ökostrom für Haushalte und Altstadt, City Reframing, Smart Klima-Platz mit umfassendem Mobilitätskonzept sowie LED-Beleuchtung für öffentliche Wege.

Ausblick

Auf Basis des Ergebnis des 3-stufigen Prozesses zur Entwicklung einer Vision 2050, einer Roadmap und eines Actionplans wurde für die historische Innenstadt von Bruck an der Mur ein ganzheitlich integratives Gesamtkonzept realisiert, bestehend aus innovativen Teilprojekten, die zur Attraktivierung und energetischen Optimierung der Innenstadt dienen und damit dem aktuellen Trend der Bevölkerungsabwanderung entgegenwirken („Smart historic site Bruck an der Mur“). Die geplanten innovativen Teilprojekte umfassten die Erstellung eines integrativen Mobilitätskonzepts mit smarten Mobilitätslösungen, die Ausstattung eines Straßenzuges mit bedarfsorientierter LED-Straßenbeleuchtung, die Wärmeversorgung der Innenstadt über das Bio-Fernwärmenetz mit Industrieabwärme und die Revitalisierung eines historischen Gebäudes im Kontext der erarbeiteten Vision „Bruck an der Mur – Lebens(t)raum am Fluss“.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Univ.-Prof. DI Dr. Harald Raupenstrauch
Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Thermoprozesstechnik

Tel: +43(0)3842 402-5800

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail