Energie-Monitoring und intelligente Anlagensteuerung in der Smart AirportCity

Ausgehend vom Stand der Technik in den Bereichen Energiemonitoring und Datenerfassung bzw. Optimierung sowie der Entwicklung von Flughäfen zu (nachhaltigen) Flughafenstädten und der Vorreiterrolle des Flughafens Wien wurde das Projekt Smart AirportCity gestartet. Smartes Energiemonitoring und intelligente Anlagenoptimierung bedeuten hier eine Verbesserung gegenüber üblichen Monitoringlösungen und im Zusammenwirken eine euartige Qualität des Energiemanagements.

Ausgangssituation

Auf dem Weg zur energieeffizientesten Flughafenstadt der Welt hat die Flughafen Wien AG bereits richtungsweisende Entscheidungen getroffen. EMAS wurde 2014 eingeführt, Gebäude wurden in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit analysiert und ein Masterplan zur Entwicklung wird derzeit in einem unternehmensweiten Corporate-Think-Tank entwickelt. Die Flughafenstadt Wien ist Mobilitätsdrehscheibe für mehr als 25 Millionen Passagiere jährlich und der Arbeitsplatz für rund 20.000 Menschen. Weltweit sehen sich Flughäfen zunehmend nicht mehr nur als Verkehrsdrehscheibe sondern auch als Gewerbestandort. Unter dem Schlagwort „Airport City“ entstehen auf den Freiflächen rund um Flughäfen neue Stadtquartiere. Die in der AirportCity am Flughafen Wien tätigen Unternehmen kommen aus einem breit gefächerten Mix der Sparten Aviation, Gastronomie, Retail, Dienstleistung, Hotellerie, Parken, Logistik aber auch Niederlassungen von international tätigen Unternehmen im Bereich Cargo oder Werkzeugproduktion. Ausgehend von der genannten Ausgangssituation möchte die Flughafen Wien AG den Flughafen zu einer Smart AirportCity entwickeln und damit die Vorreiterrolle im Bereich Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Innovation weiter ausbauen.

Ziele & Ergebnisse

In einem integrativen, die Energieversorgungsstruktur und Gebäude übergreifenden Ansatz, werden im Zuge von Smart AirportCity durch Einbindung von Unternehmen und der für den reibungslosen Flugbetrieb sorgenden Bereiche der Flughafen Wien AG Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, sowohl bei den Nutzern als auch dem Gebäudebetrieb, so identifiziert und umgesetzt, dass eine Minimierung der Infrastrukturkosten erreicht werden kann. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung des Flughafens Wien zu einer smarten und nachhaltigen AirportCity geleistet. Ziel von Smart AirportCity ist es zu demonstrieren, wie die Zufriedenheit der Passagiere und Unternehmen am Standort gesteigert und die Treibhausgasemissionen und Energiekosten nachhaltig deutlich reduziert werden können. Die automatisierte Identifikation und Umsetzungsanleitung zur Hebung der Energieoptimierungspotenziale, sowie die systematische Einbeziehung des Energiemanagements, der Betriebsführung und der Nutzer stellt den wesentlichen Innovationsbeitrag dar. Ziel der technischen und sozialen Innovationen ist eine signifikante Senkung der Belastung der Infrastruktur. Außerdem soll die Untersuchung von Entwicklungsmöglichkeiten der Smart AirportCity Potenziale für zukünftige Nutzungen – auch für andere Gewerbegebiete – darstellen. Langfristig besteht durch Smart AirportCity, im Gesamtkontext der Transformation des österreichischen Energiesystems, das Potential, dass die Flughafenstadt Wien eine Zero-Emission-Urban-Region wird. Durch die mehr als 25 Millionen Passagiere jährlich und die 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen sowie durch die Vernetzung mit anderen internationalen Flughäfen werden die Erfolge des Projektes breit kommuniziert.

Innovation

In den laufenden Vorprojekten werden bereits Maßnahmen identifiziert, die ein hohes Potential haben, eine deutliche Verbesserung aus Sicht der Stakeholder (Passagiere, Flugbetrieb, Unternehmen, Nutzer) zu erreichen. Auf dieser Basis werden im Zuge von Smart AirportCity in einem Stakeholdeprozess die Demonstrationsobjekte final festgelegt. Anschließend werden die notwendigen technischen Adaptionen im Bereich der Anlagensteuerung geplant und umgesetzt. Dabei wird ein innovatives, sich selbst ständig auf Plausibilität prüfendes, Monitoring- und Optimierungs-System aufgebaut. Dies ist möglich, da im Rahmen der Vorprojekte eine vollständige virtuelle Flughafenstadt entsteht, die durch Simulation in der Lage ist, die zu erwartenden Monitoringergebnisse einzuschätzen. Signifikante Abweichungen zwischen SOLL-Bereich und IST helfen bei der Inbetriebnahme des Systems. Im laufenden Betrieb können dadurch auch komplexere Sensorfehler, Stellventilausfälle oder Fehler bei der Programmierung der Gebäudesteuerung identifiziert werden. Bei der Implementierung der Maßnahmen zur Reduktion der Lasten auf die Infrastruktur (=Senkung Netzkosten) und die Senkung der Energiekosten wird ein für die Betriebsführung geeignetes innovatives Feedbacksystem entwickelt und installiert, das in der Lage ist, basierend auf Prognosen der Passagierströme und Wetterentwicklungen Maßnahmen vorzuschlagen und deren Wirkung zu evaluieren. Durch die Analyse der Stakeholder bzw. des Umfelds sowie die Umsetzung eines Kommunikationsprozesses zur Nutzereinbindung sollen relevante Nutzer identifiziert und die genannten Potenziale der technischen Lösungen tatsächlich gehoben werden.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Summary

An integrative energy monitoring and proactive, intelligent system control approach with user involvement and covering the energy supply infrastructure and buildings is implemented in the urban/commercial district Vienna Airport. This should reduce energy consumption, CO2 emissions and loads on infrastructure in the overall energy-buildings-user system.

Zuletzt aktualisiert am 03/18/2021

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 9. Call

Projektstart: 01.02.2018
Projektende: 30.04.2020
Genehmigte Förderung: € 363.456
Genehmigte Projektgesamtkosten: € 779.110

Konsortium

Denkstatt GmbH (Konsortialführer)
Flughafen Wien AG
denkstatt & enertec GmbH
msg Plaut Austria GmbH
Technische Universität Wien, Institut für Hochbau und Technologie

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung Mag. (FH) Andreas Lindinger Denkstatt GmbH +43 (0) 664 8118002 E-Mail
Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail