SCHALTwerk Kremsmünster 2030

Das Projekt hat es zum Ziel das A1 Gebäude in Kremsmünster zu reaktivieren und hier zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei wird ausgehend vom Gebäude zeitgleich ein Energy Sharing Modell erprobt (Strom, Wärme). Um Ressourcenverbrauch und Schadstoffe zu reduzieren, werden zwei regionale Kreislaufwirtschaft Communities getestet (Unternehmen, Endnutzer). Partizipationsorientierte Arbeiten für die Strategie der Leader-Region, die Entwicklung eines REGIOlab Steuerungsinstrumentes und der soziokratische Zugang auf Community und Projektebene stellen den strategischen und organisatorischen Rahmen für Co-Creation und Nachhaltigkeit aller Projektergebnisse sicher.

Ausgangssituation

Die Leader-Region Traunviertler Alpenvorland umfasst 21 Gemeinden. Mit ihren stark besiedelten Teilen der Bezirke Kirchdorf und Steyr-Land liegt die Bevölkerungsdichte bei 118 Einwohnern pro km². Bis 2032 wird ein Zuwachs der Bevölkerung um 8,7% prognostiziert. Die Wirtschaft ist dominiert von kleinen Unternehmen: 90% der Beschäftigten sind in Betrieben unter 10 Mitarbeitern angestellt, weitere 8,9% in KMU. Das Sterben von Wirtshäusern und Nahversorgern hat zur Reduktion der regionalen Identität geführt. Die Tendenz zur Überalterung zeigt sich in der geringen Integration und Vereinsamung von Jugendlichen. Trotz guter Vereinsarbeit und Ausbildungsmöglichkeiten fehlt es an Räumen für ein „sich Ausprobieren“ Jugendlicher sowie Möglichkeiten einer höheren Ausbildung. Die Abwanderung gut Ausgebildeter/kreativer Potentiale gilt entsprechend als Risiko. Fehlende Nachmittags-/Ferienbetreuung für Kinder sowie die aufgehende Einkommensschere zwischen Männern und Frauen drängt bildungsaffine Frauen zur Abwanderung. Das steigende Desinteressen an regionaler Mitgestaltung verstärkt die mangelnde Akzeptanz erneuerbarer Energieträger und Überschätzung des Biomassepotentials. Da viele lokale Betriebe die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen nicht unterstützen, ist die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen gering. Kremsmünster selbst ist mit 6.500 Einwohnern der größte Ort des Bezirks Kirchdorf und steht geschlossen hinter den Initiativen zur Umsetzung einer postfossilen Zero-Emission-Stadt.

Ziele & Ergebnisse

Das Projekt SCHALTwerk 2030 zielt auf die Entwicklung eines ganzheitlichen, integrierten Smart City Konzepts im Testbed der Leaderregion Oberösterreich ab. Dabei werden Governance Instrumente sowie Indikatoren-Sets für eine nachhaltige Regionalentwicklung bereitgestellt und getestet. Mit der SCHALTwerk Community wird ein zukunftsoffener, urbaner, gemeinschaftlicher Arbeits - und Prototyping Standort sowie Organisationsmodelle für seinen Betrieb geschaffen. Eine „Local Energy Sharing Community“ und zwei regionale „Circular Economy Communities“ in einem regionalen Pioniernetzwerk zusammengeführt und getestet. Dadurch wird eine Steuerung alle vier Communities - jenseits traditioneller Hierarchien - in bottom-up Prozessen mit Hilfe der gemeinsamen „Soziokratie“ Klammer effektiv ermöglicht. Ein Business Modell für eine moderne Sharing Plattform für Sharing, Booking, Accounting wird mit den regionalen Lead Usern entwickelt und getestet. Dabei verfolgt das Projekt SchaltWERK 2030 einen umfassend integrativen Ansatz zur Einbindung aller relevanten Stakeholder. Durch die konsequente Anwendung von Co-Creation und Co-Learning wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse der einzelnen Stakeholder Ausrichtung und Qualität der Lösungen wesentlich mitbestimmen und die strategische Ausrichtung der Region prägen.

Innovation

Governance Instrumente: Dialogische Formate zur Integration von Bedürfnissen in regionale Planungs-/Technologie Implementierungsprozesse ersetzten Bürgerbefragungen und erhöhen die Kontinuität der Bürger*innen-Einbindung. Gemeinwohlökonomie und Wirkungsmonitoring basierte Förderentscheidungen erhöhen Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Region. Gemeinschaftliche Planung und Betrieb: Innovativ ist die Ausrichtung gemeinschaftlicher Planung/Sanierung auf Gewerbenutzung und die soziale Verträglichkeit durch partizipatives Planen von ca. 1.000 m2 Nutzfläche. Ressourcenschonendes Sanieren (A1 Gebäude) zeigt sich im Materialeinsatz, Re-Use und in der Baustellenführung. Local Energy Sharing Community: Das Schaffen eines regulationsfreien Raums (NetzOÖ und e-Control) ermöglicht das Erproben eines Energy Sharing Ansatzes und Identifizieren notwendiger technischer Komponenten und Geschäfts- und Betriebsmodelle. Regulative Änderungen sollen adressiert und Energy Sharing von Strom künftig ermöglicht werden. In der Kreislaufwirtschaft ist der Community Ansatz ein Novum. Lokale Communities als „Mini-Gesellschaften“ dienen als Bedarfs-/Auftraggeber und -nehmer für das Rückgewinnen von Abfällen, Designen rückgewonnener Materialien und Entwickeln neuer Wertschöpfungsprozesse. Qualitäten/Ressourcen werden in Gemeinschaften zurückverlagert und regionale Resilienz und kommunales Selbstvertrauen erhöht. Soziokratie: Mit Soziokratie werden Mehrheitsentscheidungen und überstimmte Minderheiten überwunden und der Zusammenhalt in Communities und Genossenschaften erhöht. Der Einbezug der Gesamtprojektebene erlaubt Mehr-Ebenen-Lernprozesse und das Entstehen der Region als lernende Organisation/Business Modell/Sharing Plattform: Der Neuigkeitsgehalt steckt in der Vernetzung der share economy Geschäftsmodelle, moderner Zutrittsmöglichkeiten für Gebäude/Räume und Sharing-Dienste mit einer integrierten Abrechnung auf einem selbstorganisierten System aus Anbietern/Nutzer*innen.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Innovat. Haustechnik wie z.B.bivalentes Heizsystem; Peer-to-peer Energie Sharing durch energietech. innovative Sanierung und Aufrüstung des SCHALTwerk Gebäudes zum HUB eines dezen. E-Sharing Netzwerkes mit. nachgerüsteten Pro-Sumer Gebäuden. Erarbeiten innovat. Tarifmodelle für Eigentümer. Aufbau auf Sekundärstoffstromanalysen im reg. Raum; Umsetzung der demokratiepolit. Forschung und angewandten Soziokratie Gemeinwohlbasiertes, integriertes Indikatoren Set.

Stadt als Testbed nutzen

Gemeinschaftl.Planen/Sanieren Soziokratische Organisation Co-Working Space; Einbindung des überregionalen Co-Creation Netzwerke Etablieren E-Sharing Community; mit tariflicher peer-to-peer Lösung; a) Etablierung zirkuläre Community von Unternehmen mit neuen Businesspläne. B) Etablierung einer Enduser Sharing Community zur .Veränderung von Konsummustern. Aufbau soziokratisches GOVERNANCE Lab bestehend aus Leaderregion, Gemeinden, Unternehmen etc. zur Umsetzung der Regionalstrategie

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Leerstand Reduktion; Attraktivierung des Standortes für wissensintensive Start-Ups, EPU, etc. und regionale Lead-Unternehmen. Imagegewinn: Front-Runner im Bereich Energy-Sharing; Identifikation mit innovat. Kremsmünster; Intensivieren multi-level Kooperation von Kremsmünster (mit Region, Land und Bund).Verring. Abfallkosten; Engagierte & verantwortliche Zivilgesellschaft; sozialer Zusammenhalt in Region durch lebendigen Bürger*innen Dialog; Aufbau lokaler Resilienz für Zeiten der Stagnation.

Summary

The SCHALTwerk 2030 project follows the vision of establishing a cross-regional HUB for collaborative, sustainable working within a renewable environment. SCHALTwerk 2030 focuses on the following objectives:

  • Refurbishment and rearrangement of the SCHALTwerk building (vacancy in Kremsmünster) aiming at creating a multifunctional, modern space for co-working and co-creation as well as for setting up and running a cross-regional co-working network in collaboration with TabakFabrik (Linz), Lakeside (Klagenfurt) and the TIZ Center of Technology and Innovation (Kirchdorf).
  • Testing a local energy community in Kremsmünster with the A1 building being the central prosumer HUB, sharing electricity and heat among community members. This should allow to accelerate the extension of renewables and to release the grids in Kremsmünster.
  • Piloting and testing two circular economy communities: (a) an enterprise-community and (b) an end-user sharing community aiming at reducing industrial pollutants and every day waste as well as at awareness raising and transforming production- and consumption patterns.
  • Multilevel pilot of the bottom-up governance mode Sociocracy for governing the regional GOVERNANCElab, the circular economy communities, the cross-regional co-creation network as well as the research project SCHALTwerk itself.
  • Elaborating scenarios, vision, action plan and indicators for the “leader region” in collaboration with all stakeholders aiming at updating the regional strategy in a participatory sustainable way
Thereby the SCHALTwerk project follows a systemic, interactive approach including all relevant stakeholders. The consistent application of individual as well as system learning by means of co-creation allows the inclusion of the needs,the orientation of the region towards the strategic and sustainable objectives of SCHALTwerk 2030 indicators, being the future base of all leader region decisions.

Zuletzt aktualisiert am 02/24/2021

Projektdaten – Umsetzungsprojekt im 10. Call

Projektstart: 01.07.2019
Projektende: 30.06.2022
Genehmigte Förderung: € 645.537
Genehmigte Projektgesamtkosten: € 1.113.128

Konsortium

Austrian Institute of Technology GmbH (Konsortialführer)
Marktgemeinde Kremsmünster
4ward Energy Research GmbH
Reiterer & Scherling
sandbichler architekten zt gmbh
Business Upper Austria , Biz Up
Bezirksabfallverband Kirchdorf , BAV Kirchdorf
IBIOLA Mobility Solutions GmbH , IBIOLA
Bulsiness & Engineering Wolbring
Gemeinswohl-Ökonomie GmbH
imKonsent - Die Soziokratieberatung OG
the green field - systemische Beratung & Coaching Mang Amon OG
TIZ Kirchdorf
Thomas Schorn

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung Dr. Doris Wilhelmer Austrian Institute of Technology GmbH +43 (0) 50550 - 4527 +43 (0) 664 6207668 E-Mail
Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail