Micro Grid Güssing

Die zukünftige Energiewirtschaft bedarf Lösungen, welche den Herausforderungen und Möglichkeiten der steigenden dezentralen erneuerbaren Produktion und des Verbrauches in städtischen Kontext gerecht wird. Microgrids sind in sich geschlossene regionale, urbane Energiesysteme, in die sowohl dezentrale Energieerzeuger als auch Verbraucher und Speicher eingebunden sind. Dieser innovative Ansatz ist komplex und erfordert eine umfassenden Betrachtung und interdisziplinäre Optimierung. Die komplexen Problemstellungen wurden in diesem Smart City Einstiegsprojekt behandelt. Unter Vernetzung von Erzeugung, Verbraucher, Netzbetreiber und Speichermöglichkeiten wurde in einer nachhaltigen Stadt die Voraussetzungen und die Funktion eines Microgrid untersucht.

Ausgangssituation und Problemstellung

Den Anforderungen des stark fluktuierenden Energietransportes in den Netzen und der Umkehr der Energieflussrichtungen müssen von der zukünftigen Energiewirtschaft Rechnung getragen werden. Insbesondere im Netzbereich sind signifikante Änderungen zu erwarten, welche mit umfassenden Investitionen einhergehen. Damit die zu erwartenden Investitionen reduziert werden können, sind Realisierungen von intelligenten Netzen – Smart Grids erforderlich.
Im Smart Grids-Bereich ist auf niedriger / unterster Ebene das Micro Grid angesiedelt, welches zusätzlich die Leistungsautonomie, also einen Inselnetzbetrieb, forciert. Microgrids sind in sich geschlossene, regionale, urbane Energiesysteme, in die sowohl dezentrale Energieerzeuger als auch Verbraucher und Speicher eingebunden sind.
Aufgrund der dargestellten Ausgangssituation bedurfte es einer umfassenden Betrachtung und interdisziplinären Optimierung eines Microgrids. Dieser innovative Ansatz war komplex und erforderte unter anderem die Beantwortung von Fragestelllungen aus nachfolgenden Bereichen:

  • Ökonomische Fragestellungen
  • Rechtliche Fragestellungen
  • Technische Fragestellungen
  • Sicherheitsrelevante Fragestellungen
  • Soziale Fragestellungen

Methode und Ziele

In Bezug auf die zuvor beschriebene Problemstellung war das Hauptziel des Vorhabens die Überprüfung der Machbarkeit eines Microgrids in einer abgegrenzten, städtischen Projektregion. Davon abgeleitet galt es die ökonomischen, technischen, rechtlichen, sicherheitstechnischen und sozialen Rahmenbedingungen zu klären. Um eine Aussage darüber treffen zu können waren folgende Schritte erforderlich:

  • Analyse der vorhanden Daten und Komponenten (Erzeugungsanlagen und Verbraucher).
  • Ausarbeitung eines Konzeptes für die Installation eines Microgrids.
  • Planung der Implementierung eines Microgridcontrollers und Festlegung der Funktionen.
  • Planung der Implementierung eines regionalen Speichers (MW-Bereich) zur Spitzenlastverschiebung und Netzstabilisierung und Festlegung der Funktionsweise.
  • Planung der Implementierung von Lastmanagementsystemen und Festlegung der Funktionsweise.Konzeption einer prototypischen Anwendung des Gesamtsystems in der Projektregion.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Ergebnisse aus dem vorliegenden Projekt zeigen, dass die Umsetzung eines MicroGrids in Güssing eine große technische als auch finanzielle Herausforderung darstellt. Jedoch würde dies auch durch unterschiedliche positive Effekte belohnt werden. Diese, durch die Aktivierung von Flexibilitäten ermöglichten, positiven Effekte lassen sich einerseits durch die Reduktion der Spitzenlastbezüge im MicroGrid, die Reduktion der erneuerbaren Überschusserzeugung und damit Erhöhung des Eigenverbrauchs erneuerbarer Erzeugung sowie durch teilweise Entlastung des Netzes durch Reduktion der Knotenspannungen und maximalen Leitungsbelastungen darstellen. Dabei wird es jedoch als wichtig erachtet, dass für die Umsetzung eine Wirtschaftlichkeit des Systems gegeben ist, wobei die Untersuchungen gezeigt haben, dass dies nicht immer der Fall ist.

Projektdaten – Sondierungsprojekt im 3. Call aus dem Jahr 2012
Projektstart: 01.06.2014
Projektende: 31.05.2015
Förderung genehmigt: € 155.500,–
Förderung ausbezahlt: € 127.535,–
Konsortium
Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing GmbH (Konsortialführung)
P4: Biogas Strem Errichtungs- und Betriebs GmbH & CoKG
4ward Energy Research GmbH
General Electric Austria GmbH

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/11/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Ing. Joachim Hacker
Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing GmbH

Tel.: +43 3322 9010-85030

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail