GreeNet Leoben

Im Fokus der Machbarkeitsstudie stand die Initiierung von innovativen Leuchtturmprojekten zum Klimaschutz in Leoben auf Basis des vorhandenen Leitbildes. Ideen, Maßnahmen, Technologien zur Ver- und Entsorgung, Mobilität, Gebäude und Freiräume sowie Telekommunikation wurden unter dem Motto „Grüne Netze für Leoben“ im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses umfassend gescreent, strukturiert, multikriteriell bewertet, ausgewählt, sinnvoll kombiniert und im Stadtraum verortet.

Ausgangssituation

Leoben, die zweitgrößte Stadt der Steiermark, ist historisch geprägt von der eisenverarbeitenden Industrie, heute aber auch ein bekannter Standort von der Montanuniversität sowie von Forschungs- und Technologieunternehmen. In Leoben leben ca. 25.000 EinwohnerInnen. Herausforderungen für die Stadt sind der Bevölkerungsrückgang von 4 % im letzten Jahrzehnt. Die Stadt Leoben begegnet diesen Veränderungen aktiv mit Investitionen in die Infrastruktur sowie in Stadt- und Wirtschaftsentwicklungsprojekten. Die CO2-Status Analyse für 2011 nach dem Territorialprinzip – spiegelt die große Bedeutung der Industrie für die Region wider. Klammert man die CO2-Emissionen des energieintensiven Stahlwerks sowie des Kfz-Durchgangsverkehrs aus, so reiht sich Leoben in Bezug auf die CO2-Emissionen in österreichische Städte ähnlicher Größenordnung ein.

Erarbeitete Vision

Die Vision gliederte sich in sieben Handlungsfelder. Die Handlungsfelder „Arbeiten und Wohnen“, „Unterwegs sein“ und „Freiräume“ wurden von den Stakeholdern als besonders wichtig eingestuft:

Arbeiten:
Leoben schaffte ein differenziertes Arbeitsplatzangebot für unterschiedliche Lebenssituationen und -phasen (Facharbeit und Wissensgesellschaft). Leoben blieb ein wichtiger Standort für energieintensive (Stahl)Industrie und für neue innovative „grüne“ Industrien und Technologien.

Wohnen und Siedeln:
Alle Stadtteile und das gesamte Gemeindegebiet in Leoben wurden in die Entwicklung der Smart City einbezogen. Alle Siedlungs- und Stadtteile haben gleichwertige, sehr gute Lebensbedingungen für die BewohnerInnen. Dazu wurden sie baulich-räumlich und sozio-ökonomisch differenziert betrachtet. In Leoben werden 2025 die höchsten Standards für ressourcenschonendes und energieeffizientes und energiesparendes Planen und Bauen angewandt. Leoben greift den Trend der Innenentwicklung vor Außenentwicklung auf und stärkt diesen.

Unterwegs sein:
In Leoben gibt es 2025 in der Bevölkerung ein verstärktes Bewusstsein für flexible, anlassbezogene Verkehrsmittelwahl (Rad, Carsharing, Intermodalität sind im Alltag integriert). Die Präferenz zum eigenen Pkw sank– gerade bei den Jüngeren. Fahren mit den Öffis wurde “in“. Leoben war über die Bahn an das Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden (TEN-Korridor der Nord-Süd-Achse). Im Alltag 2025 wird in Leoben eine große Vielfalt von Klein- und Kleinstfahrzeugen genutzt (Pedelecs, eCars).

Freiräume:
Allen Leobnerinnen und Leobnern steht ein „Außenhaus“ zur Verfügung (öffentliche und private nutzbare Freiräume). Mieter- und Kleingärten, Erholung vor Ort und Versorgung mit Lebensmitteln zum überwiegenden Teil aus der unmittelbaren Umgebung oder aus der Region. Die öffentlichen und halböffentlichen Freiräume sind entsprechend den Nutzungsanforderungen adaptiert (ältere Menschen, Kli-mawandel). Sparsamer Umgang mit Ressourcen Boden, Wasser, Luft (Regenwassernutzung).

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Der Maßnahmenplan umfasste Maßnahmen in den Bereichen Radverkehr, Stadtregionalbahn, Mobilitätsmanagement Schulen, Mobilitätsmanagement Betriebe, mobilityXchange (©), Thermische Gebäudesanierung, Umstellung auf Fernwärme/Stadtwärme, Energietransparenz in Automatisierungssystemen, Stromverbrauch elektrische Antrieb, Generationen-Klima-Gärten, Gemeinschaftsgarten Leoben, Klima-Straßen, „Leoben-App“, Sicherung der Überregionalen Verkehrsanbindung.

Ausblick

Es war sinnvoll die Demonstrationsprojekte Schritt für Schritt voranzutreiben. Welche konkreten Maßnahmen in den nachfolgenden Jahren forciert wurden, hing stark davon ab, was in den Jahren zuvor erreicht wurde und welche Entwicklungen bis dahin eingetreten sind. Um ein deutliches Zeichnen für den Beginn der Klimaschutzoffensive in der Stadt Leoben zu setzen, war es ratsam, in naher Zukunft mit der Umsetzung von Demonstrationsprojekten zu starten. Es ließen sich verfügbare Ressourcen bündeln und erste Veränderungen wurden zeitnah sichtbar.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

DI Martina Jauschneg
Green City LAB – Österreichisches Institut für nachhaltige Lebensräume

Mobil: +43(0)650 811 48 94

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail