Amstetten2020+

Die Stadtgemeinde Amstetten auf dem Weg zur „Smart-Energy-Urban-Region“: Dafür notwendig waren eine langfristige Strategie (inkl. aller Komponenten des vorhandenen und zukünftigen Energiesystems sowie deren Interaktionen), eine Roadmap (basierend auf einem Szenarien- und Technologie-Mix) sowie ein Aktionsplan. Für hohe Akzeptanz in der Umsetzung bedurfte diese Entwicklung der Einbindung aller relevanten Stakeholder und BürgerInnen.

Ausgangssituation

Die Stadt Amstetten ist Bezirkshauptstadt im westlichen Niederösterreich sowie administratives und wirtschaftliches Zentrum der umliegenden Region. Laut dem gegenwärtigen Energiekonzept für Amstetten, das im Zuge des Beitritts zum Klimabündnis erstmalig im Jahr 2000 erstellt wurde, betrug der Endenergieverbrauch der urbanen Region Amstetten im Jahr 2008 1.993 GWh, welcher sich zu 67% auf Wärme, 22% Stromversorgung und 11% Individualverkehr aufteilt. Dabei stellte die Industrie den größten Energieverbraucher dar, gefolgt von Privathaushalten und Verkehr. Für die Energiebereitstellung in Amstetten kamen hauptsächlich Erdgas (54%), Strom (22%) und Erdöl (15%) zum Einsatz. [Energiekonzept der Stadt Amstetten, 2009]
Um den Transformationsprozess in Richtung nachhaltige Stadt zu unterstützen, setzte die Stadt Amstetten in den letzten Jahren eine Reihe an Aktivitäten (z.B. „Plattform Amstetten 2010+“, Entwicklung eines strategischen Energieleitbildes, lokale Förderaktivitäten für BürgerInnen, „Smart-Metering“-Projekt etc.).
Des Weiteren wurde eine Sanierungsoffensive von Wohn- und Nicht-Wohnbauten gestartet. Dadurch konnten z.B. bei den gemeindeeigenen Gebäuden mehr als 50% der Treibhausgas-Emissionen (THG) eingespart werden. Zusätzlich zum Ausbau des Fernwärmenetzes wurden neue Kraftwerke errichtet bzw. bestehende erneuert, die mit erneuerbaren Energiequellen (Biomasse, Biogas, Photovoltaik etc.) gespeist werden.

Erarbeitete Vision

Die „Intelligente Energie Vision 2050“ der Stadt Amstetten integrierte die bestmögliche Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen im Zusammenspiel mit einer intelligenten, dezentralen Energieversorgungsstruktur, welche als kritische Erfolgsfaktoren für das Umsetzen der festgesetzten Ziele bis 2050 gesehen werden. Durch ein klares Bekenntnis zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und Impulsgeber für Prosperität und Innovation war es der Stadt Amstetten gelungen, ihre zentrale Stellung in der Region sukzessive auszubauen. Dem Konzept „Stadt der kurzen Wege“ lag eine intelligente Raumplanung zugrunde, wodurch eine größtmögliche Mobilität aller BürgerInnen bei gleichzeitiger Minimierung des Verkehrsaufkommens erreicht wurde. Durch transparente BürgerInnendialoge und das Ausbalancieren von Interessensgegensätzen wurde ein hohes Maß an „sozialer Gerechtigkeit“ ermöglicht, welches durch attraktive Angebote zu energieeffizientem Wohnen, Verkehr und Energieversorgung auf Basis einer leistungsfähigen, qualitativ hochwertigen Infrastruktur sichtbar wurde.

Erarbeiteter Maßnahmenplan

Basierend auf dem „Strategischen Fahrplan“ wurde ein Maßnahmenplan entwickelt, der eine detaillierte Feststellung der Ausgangssituation umfasste. Dies geschah durch die Erstellung eines aktualisierten Energiekatasters und durch eine gezielte Einbindung der BürgerInnen (z.B. durch Umfragen). Eine darauf basierende Ressourcenplanung ermöglichte das Aufzeigen von möglichen Potenzialen und bildete die Grundlage für langfristige Planungsprojekte (z.B. Siedlungsplanung, Betriebsansiedlung) und Initiativen (lokale Förderprogramme). Um in einem langfristig angelegten Prozess die Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen (z.B. soziale Aspekte, wirtschaftliche Interessen) sicherzustellen, wurde die regionale Energie-Plattform „AMSTETTEN 2020+“ entsprechend erweitert. Diese Plattform hatte den regelmäßigen Erfahrungsaustausch lokaler Unternehmen, BürgerInnen und öffentlicher Träger gefördert und als neutraler Träger für künftige Leuchtturmprojekte mitgewirkt. Dadurch wurde nicht nur die optimale Umsetzung geplanter Maßnahmen gewährleistet, sondern auch eine bessere Erschließung neuer Anwendungsfelder ermöglicht. Begleitet wurden diese Aktivitäten durch Aus- bzw. Weiterbildungs-Angebote, Bewusstseinsbildung und Marketing-Aktivitäten für mehr Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung alternativer Energiequellen.

Ausblick

Die in diesem Projekt erarbeitete „Intelligente Energie Vision 2050“ und der „Strategische Fahrplan“ bilden einen Orientierungsrahmen für die Plattform „AMSTETTEN 2020+“. Durch diese Plattform wurde die Effektivität und Umsetzungstiefe aller Aktionen sowie des strategischen Fahrplans erhöht und ein koordinierter Dialog zwischen verschiedenen relevanten Interessensgruppen sichergestellt. Unter dem Schirm der Plattform wurden die Maßnahmen, die aus dem Prozess hervorgegangen sind, geplant und umgesetzt.

Forschungsergebnisse in die Praxis überleiten

Die enge Verschränkung von wissenschaftlichen und praktischen Zielen und Fragestellungen ist zentrales Merkmal des Projektes: Das Umsetzungsprojekt baut dabei auf den Ergebnissen der Sondierungsstudie auf. Die Strategie hinter Pocket Mannerhatten setzt Anreize zur qualitätsvollen Nachverdichtung und zum Initiieren von Maßnahmen, u.a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Begrünung.

Stadt als Testbed nutzen

Der starke transdisziplinäre Charakter des Projektes spiegelt sich in der Zusammensetzung des Konsortiums und in dem intensiven Austausch mit unterschiedlichen AkteurInnen (MieterInnen, EigentümerInnen) wider. Vor allem im Rahmen der Partizipationsmaßnahmen werden die Motive, Ziele, Hemmnisse und Wünsche der Beteiligten intensiv untersucht. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Maßnahmen ein.

Kommunalen Mehrwert erzeugen

Zentral für das Projekt sind die Kooperationen mit den PartnerInnen der öffentlichen Hand bzw. Verwaltung. In diesem Kontext ist beispielsweise die Nominierung des Projektes als Kandidat der IBA_Wien und die Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen MA 20 und MA 50 zu nennen. Speziell für die Übertragbarkeit der Erkenntnisse sind diese Zusammenarbeiten wichtig.

Zuletzt aktualisiert am 05/15/2020

Projektergebnisse

Ansprechpersonen

Projektleitung

Mag. Hermann Gruber
Stadtgemeinde Amstetten

Tel: +43(0)7472 601-470

E-Mail

Programm-Management Klima- und Energiefonds Mag.a Daniela Kain +43 (0)1 585 03 90-27 +43 (0)664 886 24 428 E-Mail