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Privacy by Design – Big Data als Herausforderung

Wolfgang Kienreich stellte in seinem Impulsvortrag den Zusammenhang zwischen Smart City und Big Data her. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde dieser Zusammenhang durch konkrete Beispiele aus der Praxis näher beleuchtet.

Impuls: Wolfgang Kienreich (TU Graz)

Wolfgang Kienreich sieht Big Data als einen kollaborativen Prozess, bei dem er eine Mengendiskussion als nicht sinnvoll erachtet. Als Mitarbeiter des seit 14 Jahren bestehenden “Know-Center” beginne Big Data für ihn da, wo die Datengröße, deren Diversität und Änderung neue Problemlösungen ermögliche. Als lebendige Beispiele nennt er unter anderem die Vorhersage von Staus in Nebenstraßen über Mobiltelefone. Wie kann man Daten anonymisieren, wenn man Services nutzen möchte, für die man seine eigenen Daten zur Verfügung stellen muss? Unter dem Schlagwort “Privacy by Design” versteht er, dass die Anonymisierung von Daten präventiv und proaktiv angegangen werden soll und entsprechende Überlegungen von Beginn an in Planungsprozesse mit einbezogen werden. Kienreich setzt auf Transparenz als Grundlage und stellt zum Abschluss die Frage, ob die kollaborative Freigabe und Analyse ausgewählter Informationen zur gemeinsamen Zielerreichung ein Modell sein könne.

Podiumsdiskussion

Klaus Sickinger (SAP Österreich) erklärte, dass SAP versucht hat, analoge Prozesse zu digitalisieren. Wien wachse und die Bevölkerung müsse durch Technologie unterstützt werden. Mit Technologien könne man Infrastruktur und Mobilität unterstützen bzw. Katastrophen mildern. So könne man beispielsweise durch Sensorik präventive Maßnahmen treffen und eine Vielzahl von Systemen in der Stadt zusammenschalten. Herr Sickinger warnte auch vor einem technologischen Rückstand Österreichs. Im Moment gelte die österreichische Volkswirtschaft international nicht als Technologieplayer. Dies gilt es zu ändern, da Innovationen auch in Zukunft häufig technologiegetrieben sein werden.
Bernd Richter von der Aspern Smart City Research (ASCR) zeigte auf, dass ASCR eine Forschungsgesellschaft ist, bei der der Smart User im Zentrum der Forschungsprojekte steht. Für ihre Forschungsprojekte holt sich die ASCR bei jedem einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner eine vorherige schriftliche Zustimmung ein, die festlegt, ob und wie Daten erfasst und ausgewertet werden dürfen. Ob es bereits viele Zustimmungen gibt? Die Vergabe der Mietwohnungen hat erst begonnen und wird noch bis Juni 2015 andauern. Erst dann wird klar sein, wie viele Bewohner ihre Daten zur Verfügung stellen werden. Tage der offenen Tür sollen regen Austausch zwischen ForscherInnen und BewohnerInnen ermöglichen.
Hans Zeger von der Österreichischen Gesellschaft für Datenschutz (ARGE Daten) nahm die entgegengesetzte Position ein. Er sieht hinter Big Data die Alchemie des 21. Jahrhunderts und zweifelt an Wolfgang Kienreichs Statement, dass es nicht um die Menge der Daten ginge. Er hält fest, dass die Daten unbedingt in einem sachlich korrekten Umgang bzw. Kontext verwendet werden müssen, wobei es immer wieder zu Missbräuchen komme. Auch sieht er ein Risiko in auf Big Data gestützte Entscheidungsträger und fordert in diesem Zusammenhang mehr Kausalität statt auf Big Data gestützte Spekulation. Orwell oder Smart City?

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Projektergebnisse

 
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