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Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Stadtentwicklung

Nikolaos Kontinakis stellte einige Projektbeispielen aus Eurocities-Mitgliedsstädten vor. In der anschließenden Podiumsdiskussion erfolgte ein Austausch zu den Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Stadtentwicklung.
Katharina Große spricht über Partizipation in Smart Cities. Sie hält die Smart Cities Week für eine gute Möglichkeit ExpertInnen aus vielen Bereichen zusammen zu bringen.

Vortrag: Nikolaos Kontinakis, Eurocities, Brüssel

Das Eurocities Netzwerk vereint Europas größte Städte und vertritt deren Interessen in Brüssel. Nikolaos Kontinakis präsentierte einige Projekte aus den Eurocities Mitgliedsstädten Stockholm, Helsinki, Athen, den Haag, Malaga und Ghent, die sich der Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Stadtentwicklung verschrieben haben. Das Projekt aus Athen hat sich beispielsweise die Förderung einer engagierten Freiwilligen-Kultur zum Ziel gesetzt. Alle Projekte haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: sie nutzen moderne und verbreitete Kommunikationstechnologien, um die städtische Bevölkerung möglichst niederschwellig an der Stadtentwicklung partizipieren zu lassen. Abschließend nennt Kontinakis einen entscheidenden Schwachunkt der Projekte: sie alle werden nach dem offiziellen Projektende nicht weitergeführt und verlieren damit an Leuchtkraft.

Podiumsdiskussion: Allheilmittel Partizipation? Möglichkeiten und Grenzen

Hans Emrich von Emrich Consulting stellte das Lokale Agenda 21-Konzept vor. In Wien gibt es mehrere Agenda-21-Büros, die man aufsuchen kann, wenn man Verbesserungsvorschläge für sein Wohnumfeld hat. Ab einer kritischen Masse von drei Personen können Steuerungsgruppen formiert werden. Emrich machte die Erfahrung, dass Menschen dort mitmachen, wo Betroffenheit herrscht. Muss sich die Politik vor Beteiligung fürchten? Nein, so Emrich, man müsse die Ergebnisse ernst nehmen. Innovation ist gefragt: Die eine Zivilgesellschaft gibt es nicht, sie ist zu heterogen.

Katharina Große von der Zeppelin Universität erklärte, wie man Menschen zum aktiv werden bringt. 1. Es werden sich nie alle beteiligen. 2. Junge Leute haben andere Formen ihre Stadtbürgerschaft auszudrücken. Sie fragen sich, warum sollte ich da mitmachen? Gibt es Raum für meine Ideen? Hier muss man klar machen, was die Planung mit den Ideen der Menschen machen will. Ganz wichtig ist es auch, alles genau zu dokumentieren.

Martina Handler von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) betonte, dass in der Beteiligungspraxis dem Aspekt der Inklusion zu wenig Bedeutung zugemessen wird und dadurch eine Schieflage entsteht. Die daraus resultierende mangelnde Repräsentation einzelner Bevölkerungsgruppen in Partizipationsprozessen schränkt die abgebildete Meinungsvielfalt und damit die Legitimation von Beteiligungsprozessen ein und sei zu vermeiden. In Anbetracht einer steigenden Bereitschaft zur Mitgestaltung und Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen, bräuchte es hier einen Wandel, in Richtung einer stärker auf breite Inklusion ausgelegten Beteiligungskultur.

Martin Bartenberger von der Wirtschaftsuniversität (WU Wien), der den Partizipationsprozess bei der Umgestaltung der Mariahilfer Straße leitete, stellte fest, dass Wien eine lange Geschichte der Partizipation hat. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass es zu keiner Scheinbeteiligung kommt, um ein Projekt zu legitimieren. Interessanterweise hat die Online-Befragung im Partizipationsprozess bei der Umgestaltung der Mariahilfer Straße auch viele ältere Menschen erreicht.

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Projektergebnisse

 
smartcities: Service